EU AI Act: Hochrisiko-KI in der Energie-Infrastruktur
Die schärfsten Pflichten des EU AI Act greifen später als geplant, aber sie greifen. Für Energieversorger ist das keine gute Nachricht mit Sternchen, sondern eine Frist mit Haftung. Wer KI in der Netzführung, im Dispatch oder in der Störungsortung einsetzt, muss bis zum 2. Dezember 2027 wissen, ob dieses System ein Sicherheitsbauteil im Sinne des Gesetzes ist.
Der Digital Omnibus hat die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-KI aus Anhang III des EU AI Act vom 2. August 2026 auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Anhang III Nummer 2 erfasst KI, die als Sicherheitsbauteil in der Versorgung mit Wasser, Gas, Wärme oder Strom arbeitet. Nach dem Leitlinienentwurf der Kommission vom 19. Mai 2026 muss sie die physische Integrität der Anlage direkt schützen, und ihr Betreiber muss als kritische Einrichtung bestimmt sein. Für Energieversorger heißt das: Perimeterschutz und eine Anomalieerkennung, die Schalt- und Lastentscheidungen stützt, können unter die Pflicht fallen, reine Prognose und Optimierung, Abrechnung und Marketing in der Regel nicht. Ab dem Stichtag verlangt der AI Act Risikomanagement, Daten-Governance, menschliche Aufsicht, eine Konformitätsbewertung und die Registrierung in der EU-Datenbank, mit Sanktionen bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der Rahmen ergänzt NIS2 und die EnWG-Sicherheitskataloge, er ersetzt sie nicht.
Aktualisierung Oktober 2026. Die Fassung vom 26. September 2026 nannte als Test, ob der Ausfall einer KI die Versorgung gefährden kann, und zählte Netzführung, Dispatch und Lastprognose mit Eingriff zur Hochrisiko-KI. Wir haben Prüffrage, Tabelle und FAQ an den Leitlinienentwurf der EU-Kommission vom 19. Mai 2026 angeglichen: direkte Schutzfunktion für die Anlage und Betreiber als kritische Einrichtung. Für Bestandssysteme verwenden wir jetzt den Begriff aus Artikel 111 Absatz 2, die erhebliche Veränderung der Konzeption.
Was der Digital Omnibus wirklich verschoben hat
Zuerst die nüchterne Version. Der 2. August 2026 ist vom Tisch. Für Hochrisiko-KI aus Anhang III gilt jetzt der 2. Dezember 2027. Das klingt nach Luft. Ist aber keine.
Die EU-Kommission schlug den Digital Omnibus am 19. November 2025 vor, Parlament und Rat haben den Text beschlossen, seit dem 24. Juli 2026 steht er als Verordnung (EU) 2026/1744 im Amtsblatt und gilt seit dem 27. Juli 2026. Verschoben ist der Tag, an dem die Pflichten greifen. Die Pflichten selbst bleiben unverändert. Wer das eine mit dem anderen verwechselt, plant die Frist falsch.
Knapp war es trotzdem. Am 28. April 2026 scheiterte der zweite Trilog nach rund zwölf Stunden an einer einzigen Frage: Fällt KI in regulierten Produkten wie Medizingeräten und Maschinen zusätzlich zur sektoralen Konformitätsbewertung unter den AI Act? Am 7. Mai kam die Einigung, am 13. Mai bestätigten die Mitgliedstaaten sie im Rat. Gelöst wurde der Streit mit dem eigenen, späteren Termin 2. August 2028 für Anhang I. Für Netz-KI ist das eine Randfrage, sie fällt, wenn überhaupt, unter Anhang III.
Der Grund für die Verschiebung ist unspektakulär. Die harmonisierten Normen und Unterstützungswerkzeuge, die eine praktische Umsetzung erst möglich machen, lagen nicht rechtzeitig vor; als erste erschien EN 18286 erst am 14. Oktober 2026 im Amtsblatt. Die Frist folgt der Normung, nicht umgekehrt. Die übrigen Termine der KI-Verordnung stehen weiter unten unter Alle AI-Act-Termine.
16 Monate mehr sind keine Pause. Ein Konformitätsprozess für ein Netzführungssystem dauert länger, als der Aufschub suggeriert.
Warum der Aufschub kein Ruhekissen istWann Energie-KI als Hochrisiko gilt
Der entscheidende Satz steht in Anhang III Nummer 2, und er nennt die Energiewirtschaft beim Namen. Hochrisiko ist eine KI, die als Sicherheitsbauteil im Betrieb kritischer Infrastruktur oder in der Versorgung mit Wasser, Gas, Wärme oder Strom arbeitet. Kein Nebensatz. Kein Auslegungsspielraum bei der Branche. Offen ist, was im einzelnen Haus ein Sicherheitsbauteil ist, und dazu hat die Kommission am 19. Mai 2026 einen Leitlinienentwurf vorgelegt.
Der Entwurf übersetzt das in zwei Bedingungen, die zusammenkommen müssen. Erstens schützt die KI die physische Integrität der Anlage oder die Sicherheit von Personen direkt (Randnummern 184 bis 189). Läuft der klassische Netzschutz mit Schutzrelais und Sicherungen unabhängig von der KI weiter, schützt nicht die KI die Anlage. Zweitens ist der Betreiber als kritische Einrichtung nach der CER-Richtlinie bestimmt (Randnummern 190 und 204). Ob ein Netzbetreiber oder Wärmeversorger das ist, entscheidet in Deutschland die noch fehlende Kritisverordnung. Zweimal ja bedeutet Anhang III, und die Einordnung des einzelnen Systems bleibt eine Frage für Ihre Rechtsberatung.
Ein einzelnes System kann dabei gleichzeitig über zwei Wege Hochrisiko werden. Steckt die KI in einer Maschine nach Maschinenverordnung oder in Druckgeräten, greift zusätzlich Anhang I. Beide Einstufungen bringen eigene Pflichten mit, und die eine erledigt die andere nicht.
Konkrete Systeme: was darunter fällt und was nicht
Jetzt wird es praktisch. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Abteilungen, sondern zwischen direkter Schutzfunktion und allem anderen. Die Beispiele folgen dem Leitlinienentwurf vom 19. Mai 2026 und gelten nur, wenn der Betreiber kritische Einrichtung ist.
| KI-System oder Funktion | Einstufung |
|---|---|
| Perimeterschutz mit Kamera, Radar oder Drohnenabwehr | Hochrisiko im Entwurf, schützt die physische Integrität der Anlage direkt |
| Anomalieerkennung zur Entscheidungsunterstützung bei Lastverteilung, Netzstabilität, Abschaltungen | Hochrisiko im Entwurf, auch wenn ein Mensch freigibt |
| KI, die selbst schaltet, etwa Störungsortung mit Abschaltung (FLISR) | offen, hängt daran, ob eine Schutzebene ohne die KI bleibt |
| Last-, Verbrauchs- und Ungleichgewichtsprognose, Netzoptimierung | in der Regel nicht Hochrisiko, keine direkte Schutzfunktion |
| Abrechnung, Tarifempfehlung, Marketing | nicht nach Nummer 2, ohne Wirkung auf die Anlagensicherheit |
| Reine Cybersicherheits-KI | kein Sicherheitsbauteil, wenn sie nur der Cybersicherheit dient |
Eine Lastprognose stuft der Entwurf ausdrücklich nicht als Hochrisiko ein, auch nicht die Ungleichgewichtsprognose im 15-Minuten-Raster, obwohl ein Fehler dort bis zur Versorgungsstörung reichen kann. Die Kette zum Schaden ist ihm zu lang. Umgekehrt reicht ein Mensch in der Schleife nicht als Ausweg: Die Anomalieerkennung, die Entscheidungen über Abschaltungen stützt, steht auf der Hochrisiko-Seite. Und alles hängt am KRITIS-Status des Betreibers: Dieselbe Software kann beim einen Netzbetreiber Hochrisiko sein und beim anderen nicht. Was das für das KI-Inventar heißt, beschreibt der Beitrag, welche KI im Stadtwerk nach Anhang III Hochrisiko ist.
Der Zweifelsfall gehört dokumentiert, nicht weggewunken. Bei kritischer Infrastruktur ist die zu niedrige Einstufung das teurere Risiko, weil sie im Ernstfall die Konformität komplett fehlen lässt.
Der Filter nach Artikel 6 Absatz 3
Nicht jede KI, die in Anhang III fällt, ist automatisch Hochrisiko. Artikel 6 Absatz 3 zieht eine Ausnahme ein, und der Digital Omnibus hat sie geschärft. Für Versorger ist das der Hebel, um die Zahl der wirklich betroffenen Systeme ehrlich einzugrenzen, ohne die Pflicht schönzurechnen.
Ein System ist trotz Anhang III nicht Hochrisiko, wenn es kein erhebliches Risiko für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte darstellt, etwa weil es eine eng umgrenzte Verfahrensaufgabe erfüllt oder ein menschliches Ergebnis nur vorbereitet. Für eingebettete KI gilt: Optimiert oder unterstützt sie ein reguliertes Produkt nur, ohne dass ihr Versagen Sicherheitsrisiken schafft, greift die Ausnahme.
Eine harte Grenze bleibt. Sobald das System eine natürliche Person profiliert, ist die Ausnahme verwirkt. Dann bleibt es Hochrisiko, egal wie schmal die Aufgabe ist. Und wer die Ausnahme nutzt, muss die Einschätzung dokumentieren, bevor das System auf den Markt kommt. Die Begründung ist Teil der Nachweisführung, keine formfreie Notiz.
Welche Pflichten ab dem 2. Dezember 2027 gelten
Ist ein System als Hochrisiko eingestuft, ist die Liste der Pflichten lang und konkret, für KI in der Netzleittechnik reicht sie bis in die Schichtorganisation. Sie ist auch der Grund, warum 16 Monate knapp sind. Ein Netzführungssystem konform zu machen ist kein Formular, sondern ein Projekt mit Datenarbeit, Dokumentation und externer Prüfung.
Dazu kommen die technische Dokumentation nach Anhang IV, die eingebaute Protokollierung nach Artikel 12 und der Nachweis von Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit auf dem Niveau, das die Infrastruktur verlangt. Am Ende stehen eine Konformitätsbewertung, die Registrierung in der EU-Datenbank für Hochrisiko-KI und klare Nutzungsanweisungen für die Betreiber. Das meiste davon trägt der Anbieter, also meist der Hersteller. Der Versorger als Betreiber muss nach Artikel 26 das System nach Gebrauchsanweisung einsetzen, die menschliche Aufsicht Personen mit Kompetenz und Befugnis übertragen, den Betrieb überwachen und die automatisch erzeugten Protokolle mindestens sechs Monate aufbewahren. Das ist viel, und es beginnt sinnvollerweise nicht im November 2027.
AI Act trifft NIS2 und EnWG
Hier liegt der Punkt, den viele Versorger unterschätzen. Der AI Act ersetzt NIS2 und die EnWG-Sicherheitskataloge nicht. Er kommt oben drauf. Dasselbe Netzführungssystem trägt dann zwei Pflichtenhefte, die sich überschneiden, aber nicht decken.
NIS2 und das KRITIS-Dachgesetz regeln über das seit dem 6. Dezember 2025 geltende BSI-Gesetz die Cybersicherheit und Resilienz des Betriebs, zu der ab 2030 auch die Post-Quanten-Kryptografie zählt. Die IT-Sicherheitskataloge nach Paragraf 5c EnWG, Nachfolge von Paragraf 11 Absatz 1a und 1b, verlangen ein Sicherheitsniveau für die Netzführung. Der AI Act regelt zusätzlich die Qualität, Nachweisbarkeit und Aufsicht des KI-Systems selbst, seit dem 29. Juli 2026 überwacht von der Bundesnetzagentur als KI-Aufsicht nach dem KI-MIG.
Cybersicherheit taucht in beiden Rahmen auf, mit unterschiedlichem Fokus. NIS2 schützt den Betrieb, der AI Act fordert Robustheit als Eigenschaft des Modells. Ein Nachweis erfüllt nicht automatisch den anderen.
Praktisch heißt das: Wer für NIS2 schon ein Asset-Inventar und ein Risikomanagement aufgebaut hat, kann darauf aufsetzen, muss die KI-Systeme aber gesondert einstufen und dokumentieren. Dieselbe Denkweise kennt, wer an OT-Security nach IEC 62443 gearbeitet hat. Doppelte Arbeit vermeidet nur, wer beide Rahmen zusammen plant statt nacheinander.
Bestandssysteme und die erhebliche Veränderung
Eine gute Nachricht mit Kleingedrucktem. KI, die vor dem 2. Dezember 2027 bereits im Einsatz ist, fällt zunächst nicht unter die neuen Pflichten. Der Bestandsschutz endet aber schneller, als es klingt, und für öffentliche Träger gilt ohnehin eine eigene Frist.
Ein Hochrisiko-System, das vor dem Stichtag in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurde, fällt nach Artikel 111 Absatz 2 erst unter die Anhang-III-Pflichten, wenn seine Konzeption ab dann erheblich verändert wird. Ein größeres Modell-Update oder eine neue Steuerfunktion kann eine solche erhebliche Veränderung sein und die volle Pflicht auslösen. Nicht zu verwechseln ist das mit der wesentlichen Veränderung nach Artikel 3 Nummer 23, die über die Rollen nach Artikel 25 entscheidet.
Für öffentliche Stellen gilt eine gesonderte Frist: Bereits genutzte Hochrisiko-Systeme müssen bis zum 2. August 2030 konform sein. Viele Stadtwerke sind Eigenbetrieb oder Anstalt öffentlichen Rechts und damit direkt betroffen; für die KI-Mitbestimmung im Stadtwerk gilt bei ihnen zudem das Personalvertretungsrecht des Landes statt des BetrVG.
Der Bestandsschutz ist deshalb kein Ruhekissen, sondern ein Grund, jede geplante Änderung an einer Hochrisiko-KI vorher auf ihre Auslösewirkung zu prüfen. Das ändert die Art, wie über Updates entschieden wird.
Alle AI-Act-Termine, Erleichterungen und was noch offen ist
Die Hochrisiko-Pflichten kommen spät. Andere Teile der KI-Verordnung gelten längst, und manche davon treffen jedes Stadtwerk mit einem Kundenchatbot.
- Seit 2. Februar 2025: die Verbote nach Art. 5, etwa Social Scoring und Emotionserkennung am Arbeitsplatz, mit einem Bußgeldrahmen von bis zu 35 Mio. Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Seit demselben Tag gilt Art. 4 zur KI-Kompetenz.
- Seit 2. August 2025: Pflichten für Anbieter von GPAI-Modellen.
- Seit 29. Juli 2026: Aufsicht durch die Bundesnetzagentur nach dem KI-MIG.
- Seit 2. August 2026: Transparenzpflichten nach Art. 50.
- 2. Dezember 2026: maschinenlesbare Kennzeichnung für generative Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr kamen, dazu die neuen Verbote aus dem Omnibus.
- 2. Dezember 2027: Anhang III. 2. August 2028: Anhang I. 2. August 2030: Bestandssysteme öffentlicher Stellen.
Art. 4 verlangt seit dem Omnibus nur noch, dass Anbieter und Betreiber Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten fördern. Ein bestimmtes Niveau müssen sie nicht garantieren, dokumentieren sollten sie die Maßnahmen trotzdem. Wie das als Schulungskonzept nach Art. 4 aussieht und was ein Stadtwerk für die KI-Kennzeichnung nach Art. 50 braucht, steht in eigenen Beiträgen.
Neu sind die kleinen Midcaps: Unternehmen, die kein KMU sind, weniger als 750 Beschäftigte haben und höchstens 150 Mio. Euro Jahresumsatz oder 129 Mio. Euro Bilanzsumme. Sie bekommen, was bisher KMU vorbehalten war, also eine vereinfachte technische Dokumentation, den niedrigeren Bußgeldrahmen und bevorzugten Zugang zu KI-Reallaboren. Ein Stadtwerk mittlerer Größe sollte prüfen, ob es darunter fällt.
Die Pflichten selbst bleiben. Risikomanagement, Daten-Governance, Protokollierung und menschliche Aufsicht gelten für einen Versorger mit 400 Beschäftigten genauso wie für einen Konzern. Leichter wird der Nachweis, nicht die Arbeit.
Und die Auslegung? Die steht noch nicht.
- Die Leitlinien der Kommission zur Hochrisiko-Einstufung sind seit dem 19. Mai 2026 ein Entwurf. Die finale Fassung ist für Ende 2026 angekündigt, verbindlich auslegen kann die Verordnung auch dann nur der Europäische Gerichtshof.
- Ob Netz-KI unter Anhang III fallen kann, hängt nach dem Entwurf am Status als kritische Einrichtung. Den bestimmt in Deutschland die Kritisverordnung zum KRITIS-Dachgesetz, und die war im Oktober 2026 noch nicht erlassen.
- CEN und CENELEC arbeiten im Ausschuss JTC 21 an weiteren harmonisierten Normen. Die Konformitätsvermutung gilt erst, wenn ihre Fundstellen im Amtsblatt stehen. Am Termin ändert das nichts.
Wer Netz-KI heute einordnet, ordnet sie gegen einen Entwurf ein. Das ist kein Grund zu warten. Es ist ein Grund, die Einstufung schriftlich festzuhalten und nach den finalen Leitlinien noch einmal anzusehen. Die DSGVO gilt daneben unverändert: Eine Konformitätsbewertung nach dem AI Act ersetzt keine Datenschutz-Folgenabschätzung.
Was Energieversorger jetzt tun sollten
Der Aufbau bis Ende 2027 gelingt am besten schrittweise, und er beginnt nicht mit Technik, sondern mit Sichtbarkeit. Ohne ein Verzeichnis der eingesetzten KI lässt sich keine einzige Pflicht erfüllen. Die gute Nachricht: Wer KI-Werkzeuge im Haus schon bewusst steuert, etwa beim Aufbau eines souveränen KI-Stacks, hat einen Teil der Arbeit bereits getan.
Fünf Schritte bis zur Frist
-
KI-Inventar erstellen
Erfassen Sie jedes KI-System im Haus und bei Dienstleistern, das in Netzführung, Erzeugung, Messwesen oder Steuerung eingreift. Ohne diese Liste ist jede weitere Bewertung Stückwerk. Sie ist in wenigen Tagen erstellt und entscheidet alles Weitere.
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Konservativ einstufen
Prüfen Sie jedes System gegen Anhang III Nummer 2 und den Filter nach Artikel 6 Absatz 3. Im Zweifel höher einstufen und die Begründung dokumentieren, gerade bei Systemen, die schalten können. Die Einstufung bleibt beim Versorger.
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Lieferantenverträge prüfen
Klären Sie, wer die Konformität nachweist, der Hersteller der KI oder Sie als Betreiber. Ungeregelte Verantwortung ist der häufigste Lückenfall, und er fällt erst im Audit auf, wenn es teuer wird.
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Governance benennen
Weisen Sie die Verantwortung für die KI-Konformität einer Rolle zu, die IT, Netzbetrieb und Recht verbindet. Der AI Act ist keine reine IT-Aufgabe, und niemand füllt die Lücke, die zwischen drei Abteilungen liegt.
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Mit NIS2 zusammen planen
Nutzen Sie das vorhandene Asset-Inventar und Risikomanagement aus der NIS2-Umsetzung als Basis und ergänzen Sie die KI-spezifische Dokumentation. Zwei getrennte Projekte kosten doppelt, ein gemeinsames spart die Hälfte.
Bewertet werden am Ende Systeme und ihre Wirkung, nicht ein einzelnes Modell. Das Modell, das Sie heute betreiben, ist in zwei Jahren vielleicht ersetzt. Die Einstufung und die Nachweispflicht bleiben. Genau deshalb lohnt es sich, jetzt anzufangen und nicht erst, wenn die Normen final vorliegen.
Frist, Marktrollen, Systeme
02.12.2027EU AI Act: Hochrisiko-Anforderungen Anhang IIIGesetz · beschlossen
Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Bußgeld möglich Verstöße gegen die Pflichten von Anbietern (Art. 16) und Betreibern (Art. 26) von Hochrisiko-KI können nach Art. 99 Abs. 4 Buchst. a und e KI-VO mit bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % des Weltumsatzes geahndet werden, bei KMU und kleinen Midcap-Unternehmen mit dem niedrigeren Betrag (Art. 99 Abs. 6 und 6a). Systeme, die vor dem 02.12.2027 in Verkehr oder Betrieb gingen, erfasst die Verordnung nach Art. 111 Abs. 2 erst nach einer erheblichen Änderung. Rechtsgrundlage ↗
- Netzbetreiber StromAnwendbarkeit prüfenPrüft, ob KI in Netzführung und Leitsystem die Anlage als Sicherheitsbauteil unmittelbar schützt und ob das Unternehmen als kritische Einrichtung gilt; nach dem Leitlinien-Entwurf der Kommission ist sie nur dann Hochrisiko nach Anhang III Nr. 2.Typisch betroffen: Netzleitsystem / SCADA, KI-Systeme und Chatbots
- Unternehmen gesamt, mehrere RollenAnwendbarkeit prüfenPrüft, ob KI-Systeme einen Zweck aus Anhang III haben, etwa Bonitätsprüfung oder Bewerberauswahl, und bereitet die Betreiberpflichten nach Art. 26 vor.Typisch betroffen: KI-Systeme und Chatbots, ISMS und Sicherheitsbetrieb
Einordnung für typische Marktrollen, keine Prüfung Ihres Einzelfalls und keine Rechtsberatung. Ob eine Pflicht für Ihr Unternehmen gilt (Schwellenwerte, Ausnahmen), klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung oder Rechtsberatung. Der Kalender ersetzt keine eigene Fristenprüfung. Stand der Angaben: 01.11.2026.
Weiterführende Informationen
Häufig gestellte Fragen
Für eigenständige Hochrisiko-KI aus Anhang III gilt die Frist 2. Dezember 2027. Der Digital Omnibus hat sie von ursprünglich 2. August 2026 verschoben. Für KI, die als Sicherheitsbauteil in ein reguliertes Produkt eingebettet ist (Anhang I), gilt der 2. August 2028. Bereits genutzte Hochrisiko-Systeme öffentlicher Stellen müssen bis zum 2. August 2030 konform sein.
Nach Anhang III Nummer 2 und dem Leitlinienentwurf der EU-Kommission vom 19. Mai 2026 müssen zwei Bedingungen zusammenkommen. Die KI muss als Sicherheitsbauteil die physische Integrität der Anlage oder die Sicherheit von Personen direkt schützen, und ihr Betreiber muss als kritische Einrichtung bestimmt sein. Auch eine Anomalieerkennung, die Entscheidungen über Lastverteilung oder Abschaltungen unterstützt, kann darunter fallen, und eine Freigabe durch einen Menschen ändert die Einstufung nicht automatisch. Reine Prognose- und Optimierungs-KI liegt in der Regel außerhalb, ebenso Abrechnung, Marketing und reine Cybersicherheits-KI. Die Einordnung im Einzelfall bleibt eine Rechtsfrage für Ihre Rechtsberatung.
Ein Sicherheitsbauteil erfüllt eine Sicherheitsfunktion, oder sein Ausfall oder seine Störung gefährdet die Gesundheit und Sicherheit von Personen oder Eigentum (Artikel 3 Nummer 14). Anhang III Nummer 2 nennt ausdrücklich die Versorgung mit Wasser, Gas, Wärme und Strom. Der Leitlinienentwurf vom 19. Mai 2026 verlangt, dass die KI die physische Integrität der Infrastruktur direkt schützt. Läuft der klassische Schutz, etwa Schutzrelais und Sicherungen, unabhängig von der KI weiter, spricht das gegen ein Sicherheitsbauteil.
Der AI Act verlangt ein Risikomanagement über den Lebenszyklus (Artikel 9), Daten-Governance (Artikel 10), Protokollierung (Artikel 12), menschliche Aufsicht mit Eingriffsmöglichkeit (Artikel 14), technische Dokumentation nach Anhang IV, eine Konformitätsbewertung und die Registrierung in der EU-Datenbank für Hochrisiko-KI. Der Sanktionsrahmen liegt bei bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Nein. Der AI Act kommt oben drauf. NIS2 und das seit dem 6. Dezember 2025 geltende BSI-Gesetz regeln die Cybersicherheit und Resilienz des Betriebs, die Sicherheitskataloge nach Paragraf 5c EnWG das Sicherheitsniveau der Netzführung. Der AI Act regelt zusätzlich die Qualität, Nachweisbarkeit und Aufsicht des KI-Systems selbst. Ein Nachweis erfüllt nicht automatisch den anderen, deshalb lohnt es sich, beide Rahmen zusammen zu planen.
Ein Hochrisiko-System, das vor dem Stichtag in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurde, fällt nach Artikel 111 Absatz 2 erst unter die Anhang-III-Pflichten, wenn seine Konzeption ab dann erheblich verändert wird. Ein größeres Modell-Update oder eine neue Steuerfunktion kann eine solche Veränderung sein. Für öffentliche Stellen gilt ohnehin die Frist 2. August 2030, und viele Stadtwerke sind als Eigenbetrieb oder Anstalt öffentlichen Rechts direkt betroffen.
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Ein Ansprechpartner, ein Team dahinter
Dreißig Minuten über das, woran Sie gerade arbeiten, ob Netz, Messwesen, Marktprozesse, IT-Architektur oder KI. Danach wissen Sie, wie wir es angehen würden und wer dafür am Tisch sitzt.
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