Enterprise Architecture Framework Visualisierung mit vernetzten Architekturebenen

Enterprise Architecture meistern: Clean Core mit SAP

Wie du von monolithischem ERP zu einer wendigen, wertorientierten Architektur wechselst – ohne Kontrollverlust

Dieser Leitfaden zeigt, wie sich TOGAF, ArchiMate, BPMN und SAP EAF gezielt kombinieren lassen. Clean Core trennt stabile Standardprozesse von schneller Innovation auf SAP BTP. LeanIX macht die Anwendungslandschaft transparent, Signavio verbindet Prozesse und Wertströme. Ein Architecture Board sichert Prinzipien, Guardrails und klare Entscheidungswege.

Zusammenfassung
  • EA ist Steuerzentrale der Transformation – Business Value im Fokus.
  • Clean Core trennt Standard (S/4HANA) von Innovation (BTP Side-by-Side).
  • SAP Enterprise Architecture Framework + Metro Map liefern Methode und Takt.
  • LeanIX für Anwendungslandschaft, Signavio für Prozesse und Wertströme.
  • Governance über Architecture Board sichert Prinzipien und Guardrails.
  • Für CIOs, Enterprise Architects, Domain Leads, Programmleiter (RISE with SAP).
14 Frameworks verglichen
6 Architekturebenen
8 KPIs definiert

Warum jetzt? Strategischer Kontext

Der Wechsel zu Cloud, SaaS und ereignisgetriebenen Architekturen erzwingt neue Spielregeln. Mit Clean Core, BTP-Erweiterungen und einer belastbaren Governance reduzierst du Upgradekosten, beschleunigst Veränderungen und bleibst compliance-fähig.

Kosten

Weniger Individualisierung im Kern senkt Upgrade- und Wartungskosten. Rationalisierung eliminiert Lizenz- und Betriebsdubletten.

Agilität

Side-by-Side-Extensions auf BTP liefern schnelle Innovation ohne Core-Eingriff – sicher, versionierbar, skalierbar.

Compliance

Starke Governance, ADRs und Guardrails schützen Clean-Core-Prinzipien – auditierbar, wiederholbar, nachweisbar.

AI-Readiness

Saubere Datenmodelle, Events und APIs sind die Basis für Analytics, GenAI und Automatisierung.

Cloud / RISE

Vom Lift-and-Shift zur Transformation: Instanzstrategie, Integrationsstrategie und Phasenplan aus einer Hand.

M&A

Schneller Carve-out und PMI: Capability-Overlap analysieren, Synergien heben, Risiken begrenzen.

Frameworks-Überblick

TOGAF liefert die Methode, ArchiMate die Sprache, BPMN die Prozesssicht. SAP EAF erdet das Ganze für S/4HANA, BTP und Integration – ergänzt durch ITIL/COBIT im Betrieb.

TOGAF

Scope: Vollständiger EA-Lebenszyklus (ADM).
Stärken: Methodik, Artefakte, Governance.
Wofür: Strukturierte Transformation, Architekturprozesse.

ArchiMate

Scope: Modellierung von Business-, Applikations- & Technologieebene.
Stärken: Einheitliche Sprache, Traceability.
Wofür: Visualisierung & Impact-Analysen.

Zachman

Scope: Klassifikationsschema.
Stärken: Vollständigkeitssicht.
Wofür: Strukturierte Dokumentation, Inventar.

BPMN

Scope: Prozessmodellierung.
Stärken: Standardisiert, tool-gestützt.
Wofür: Signavio-Prozesse, Automatisierung.

SAP EAF

Scope: SAP-spezifische EA-Leitplanken.
Stärken: Clean Core, BTP, Integration.
Wofür: S/4HANA, RISE, BTP-Extensions.

ITIL / COBIT

Scope: Betrieb & Kontrollen.
Stärken: Service-Exzellenz, Auditfähigkeit.
Wofür: Operating Model, Compliance.

Metro Map

Scope: Nicht-lineare Umsetzungsmethodik.
Stärken: Synchronisiert Streams (Daten, Integration, Sicherheit).
Wofür: RISE with SAP Programme, komplexe Rollouts.

Framework-Vergleich im Detail

TOGAF SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: EA-Lebenszyklus, ADM, Governance

Stärken:

  • Methodik, Referenz-Artefakte
  • Governance-Tiefe

Schwächen:

  • Wenig preskriptiv in Umsetzung
  • Lernkurve

Typische Artefakte:

  • ADM-Phasen
  • Principles, Roadmaps
  • Capability-Pläne

ArchiMate SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Modellierung Business/App/Tech

Stärken:

  • Einheitliche Sprache
  • Traceability, Tool-Support

Schwächen:

  • Modell-Disziplin nötig
  • Keine Prozessnotation

Typische Artefakte:

  • Views/Viewsheets
  • Motivations-/Realisierungs-Sichten

BPMN SAP-Bezug: Hoch

Ziel/Scope: Prozessmodellierung

Stärken:

  • Standardisiert, automation-fähig
  • Verständlich für Fachbereiche

Schwächen:

  • Kein EA-Scope
  • Braucht Governance/Versionierung

Typische Artefakte:

  • Prozess-Diagramme
  • Rollen, Schnittstellen

Zachman SAP-Bezug: Niedrig

Ziel/Scope: Klassifikationsrahmen

Stärken:

  • Vollständigkeit, Ordnung
  • Inventar-Sicht

Schwächen:

  • Keine Methode
  • Keine Ablauflogik

Typische Artefakte:

  • Matrix Who/What/Where/...

SAP EAF SAP-Bezug: Sehr hoch

Ziel/Scope: EA-Leitplanken für SAP

Stärken:

  • Clean Core, BTP
  • Integrations-Guidance

Schwächen:

  • Starker SAP-Fokus

Typische Artefakte:

  • Guardrails
  • Blueprints
  • Integration Patterns

ITIL / COBIT SAP-Bezug: Hoch

Ziel/Scope: IT-Betrieb, Kontrollen, Governance

Stärken:

  • Service-Exzellenz
  • Audit/Kontrollen

Schwächen:

  • Kein Architektur-Zielbild

Typische Artefakte:

  • Service-Prozesse
  • IT-Policies
  • KPIs & Metriken
  • Service-Kontrollen

Metro Map SAP-Bezug: Hoch

Ziel/Scope: Nicht-lineare Umsetzung/Programm

Stärken:

  • Streams synchronisieren
  • Abhängigkeiten sichtbar

Schwächen:

  • Disziplin nötig
  • Kein Standard

Typische Artefakte:

  • Stationen/Streams
  • Meilenstein-Netze

SAFe SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Skalierte Agilität/Portfolio

Stärken:

  • Value Streams
  • Lean Budgets

Schwächen:

  • Komplex, Rollout-Aufwand

Typische Artefakte:

  • Program Kanban
  • PI-Pläne, ART-Artefakte

IT4IT SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: IT-Wertkette/Referenzmodell

Stärken:

  • End-to-End Liefermodell
  • Schnittstellen/Contracts

Schwächen:

  • Fokus IT-Betrieb

Typische Artefakte:

  • IT Value Streams
  • Functional Components
  • Service Contracts

C4-Model SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Architektur-Visualisierung

Stärken:

  • Kontext bis Code-Level
  • Klarheit

Schwächen:

  • Kein Prozess/EA-Scope

Typische Artefakte:

  • Kontext/Container
  • Komponente/Code

DMN SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Entscheidungsmodellierung

Stärken:

  • Klare Business-Regeln
  • Automatisierbar

Schwächen:

  • Begrenzte Abdeckung
  • Governance nötig

Typische Artefakte:

  • DRD
  • Decision Tables

DDD SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Domänen-Schnitt & Modell

Stärken:

  • Bounded Contexts
  • Klares Verantwortungsmodell

Schwächen:

  • Hohe Domänenkenntnis erforderlich

Typische Artefakte:

  • Context Maps
  • Ubiquitous Language

NIST CSF SAP-Bezug: Hoch

Ziel/Scope: Security-Framework

Stärken:

  • Kontrollen, Risikomanagement
  • Reifegrad

Schwächen:

  • Kein EA-/Prozessfokus

Typische Artefakte:

  • Security Policies
  • Risikobewertungen
  • Kontroll-Mappings
  • Reifegrad-Assessments

ISO/IEC/IEEE 42010:2022 SAP-Bezug: Mittel

Ziel/Scope: Architekturbeschreibung

Stärken:

  • Grundprinzipien
  • Stakeholder-orientiert

Schwächen:

  • Abstrakt
  • Keine Umsetzungsmethode

Typische Artefakte:

  • Architecture Viewpoints
  • Architecture Views
  • Concerns & Stakeholders

Wesentliche Unterschiede

  • TOGAF vs ArchiMate: Methode/Prozess vs. Sprache/Modell. Zusammen ergeben sie Governance + Visualisierung.
  • BPMN vs DMN: Abläufe vs. Entscheidungen. Kombination für automatisierte Prozesse.
  • SAP EAF vs generische EA-Frameworks: SAP-spezifische Leitplanken vs. allgemeine Prinzipien.
  • ITIL/COBIT vs SAFe: Betrieb/Kontrollen vs. Wertstrom-basierte Umsetzung.
  • DDD/C4 vs BPMN/ArchiMate: Domain-/Architektur-Schnitt vs. Prozess/EA-Dokumentation.
  • IT4IT vs NIST CSF: IT-Liefermodell vs. Security-Kontrollrahmen.

Clean Core – Der vollständige Ansatz für eine stabile, wartbare und zukunftssichere SAP-Landschaft

Der Clean-Core-Ansatz ist ein zentraler Erfolgsfaktor für jede SAP S/4HANA Transformation. Er stellt sicher, dass Prozesse, Technik, Daten und Integrationen so gestaltet sind, dass das System stabil bleibt, Cloud-Innovationen genutzt werden können und spätere Upgrades ohne teure Nacharbeiten funktionieren. Die folgenden vier Bausteine bilden zusammen ein vollständiges Clean-Core-Framework.

1. Functional Clean Core

Ziel: Prozesse nah am SAP-Standard halten und übergreifend harmonisieren.

Was gehört dazu?

  • Standardprozesse übernehmen statt neu entwickeln
  • Harmonisierung gleicher Prozessvarianten über alle Bereiche
  • End-to-End Verantwortung je Prozess definieren
  • Verwendung von SAP Best Practices und Model Company
  • Klare Fit-to-Standard-Entscheidungsregeln

Wie umsetzen?

  • Fit-to-Standard Workshops in allen Fachbereichen
  • Nutzung vorkonfigurierter Best-Practice-Szenarien
  • Governance Board für Abweichungen vom Standard
  • Nutzung von Signavio oder SolMan zur Prozessdokumentation

Nutzen:

  • Weniger Komplexität
  • Schnellere Release-Zyklen
  • Reduzierte Fehleranfälligkeit
  • Höhere Transparenz über End-to-End-Prozesse

2. Technical Clean Core

Ziel: Keine Eingriffe in den SAP-Kern. Erweiterungen bleiben upgrade-sicher und sauber entkoppelt.

Was gehört dazu?

  • Keine Modifikationen im S/4HANA-Kern
  • Nutzung stabiler APIs statt direkter Änderungen
  • Side-by-side Erweiterungen auf SAP BTP
  • Moderne Erweiterungstechnologien (CDS Views, RAP, Key User Extensibility)
  • Klare Trennung zwischen Standard und Eigenentwicklung

Wie umsetzen?

  • Architekturvorgaben für Entwickler und Partner
  • Entwicklung neuer Funktionen via BTP oder In-App Extensibility
  • Governance-Prozess für Erweiterungen ("Extension Board")
  • Dokumentation aller Erweiterungen in einem Extension Repository

Nutzen:

  • Upgrade-Sicherheit über viele Jahre
  • Höhere Stabilität und weniger Störungen
  • SAP-Innovationen können sofort genutzt werden
  • Reduzierter technischer Schuldenberg

3. Data Clean Core

Ziel: Datenqualität, Datenmodell und Governance eindeutig geregelt und sauber.

Was gehört dazu?

  • Harmonisiertes Stammdatenmodell für alle Geschäftsbereiche
  • Klare Data Owner und Data Stewards
  • Bereinigung von Altlasten, Dubletten und Inkonsistenzen
  • Nutzung von SAP MDG oder Data Governance Frameworks
  • Regeln für Datenpflege, Berechtigungen und Monitoring

Wie umsetzen?

  • Etablierung eines Data Governance Boards
  • Data Cleansing Kampagnen vor und während der Transformation
  • Einführung klarer Datenstandards und Validierungsregeln
  • Proaktive Datenqualitäts-Messung (KPIs, Dashboards)

Nutzen:

  • Höhere Automatisierung und weniger manuelle Eingriffe
  • Bessere Entscheidungsqualität
  • Grundlage für KI, Analytics und Prozessautomatisierung
  • Reduzierte Fehler und Rückfragen im Tagesgeschäft

4. Integration Clean Core

Ziel: API-basierte, transparente und stabile Integrationsarchitektur.

Was gehört dazu?

  • Nutzung standardisierter APIs aus dem SAP Business Accelerator Hub
  • Vermeidung von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
  • Event-driven Integration (z. B. SAP Event Mesh)
  • Nutzung der SAP Integration Suite
  • Saubere Dokumentation, Monitoring und Ownership der Schnittstellen

Wie umsetzen?

  • Architektur-Blueprints und Integrationsrichtlinien
  • Einrichtung eines API-Katalogs (Versionierung, Transparenz)
  • Integration Owner Rollen festlegen
  • Betrieb und Monitoring über SAP Integration Suite

Nutzen:

  • Weniger Ausfälle durch robuste Integration
  • Schnellere Anbindung neuer Systeme
  • Transparenz über alle Schnittstellen
  • Leichtere Wartung und geringere Betriebskosten

Warum das Zusammenspiel aller vier Bausteine entscheidend ist

Ein Clean Core entsteht nur dann, wenn Functional, Technical, Data und Integration zusammenspielen. Isolierte Maßnahmen reichen nicht. Erst das Zusammenspiel schafft:

  • eine stabile S/4HANA-Landschaft
  • geringere Kosten über die gesamte Laufzeit
  • klare Verantwortlichkeiten
  • höhere Geschwindigkeit in Projekten
  • sofortige Nutzung neuer SAP-Innovationen
  • eine echte Cloud-Readiness

Empfehlung: Governance & Rollen

  • Process Owner (End-to-End Verantwortung)
  • Technical Owner / Lead Architect
  • Data Owner / Data Steward
  • Integration Owner
  • Clean Core Board – zentrales Entscheidungsgremium

Leitprinzip

Clean Core heißt: Standard first. API first. Data first. Cloud first. Nur so bleibt SAP S/4HANA langfristig stabil, wartbar und zukunftsfähig.

Fähigkeitslandkarte

Die Capability Map ist dein Ordnungsrahmen: Sie verbindet Business-Ziele mit Applikationen, Daten und Technologie und macht Lücken & Redundanzen sichtbar. Starte mit „Priority-1" Datenobjekten (z. B. Business Partner, Sales Order) und klarem Ownership. Ergänze Business-Rollen und Fiori-Apps, um echte Nutzbarkeit sicherzustellen.

Business
Prozesse, Value Streams, Capability Ownership
Application
Applikationen, Services, Integration
Data
Datenmodell, Qualität, Analytics
Technology
Cloud/Edge, Infrastruktur, Plattformen
Security
IAM, Schutz, Compliance
AI
MLOps, Modell-Governance, GenAI

Referenzarchitektur: Ebenen

Business / Prozess

  • Value Streams & Capability Map als Leitstern für Investitionen.
  • Signavio-Prozesse an KPIs und Rollen ausrichten.
  • ADR-gestützte Entscheidungen transparent halten.

Application / Integration

  • S/4HANA als stabiler Kern, Erweiterungen Side-by-Side auf BTP.
  • Integration via SAP Integration Suite, Events, APIs.
  • LeanIX-gestützte Rationalisierung und TCO-Kontrolle.

Data / Analytics

  • Gemeinsamer Metadaten-Katalog für Kern- und Erweiterungsobjekte.
  • Datenqualität, Lineage, Self-Service Analytics.
  • ESG-Kennzahlen bis Auditfähigkeit durchmodellieren.

Technology / Cloud / Edge

  • Cloud-First-Prinzipien, Automatisierung, Observability.
  • Skalierbare Plattformdienste (BTP, Datenspeicher, Runtime).
  • Guardrails für Kosten, Sicherheit, Verfügbarkeit.

Security / Compliance

  • IAM, Secrets, Verschlüsselung, Least Privilege.
  • Policies, Kontrollen, Nachweisbarkeit (z. B. ADR/Reviews).
  • Regulatorik-Bezug (z. B. KI-Regulatorik, NIS2).

AI / MLOps / Governance

  • Feature Stores, Modelllebenszyklus, Drift-Monitoring.
  • GenAI-Nutzung mit Sicherheits- und Urheberrechts-Checks.
  • Responsible AI Policies & Freigabeprozesse.

Use Cases: Nachhaltigkeit & M&A

Nachhaltigkeitsmanagement

  • Datenarchitektur: ESG-Daten-Lineage modellieren (Erfassung, Berechnung, Reporting).
  • Lösung: S/4HANA operativ + SAP Sustainability Control Tower für auditfähige Berichte.
  • Governance: Verantwortlichkeiten, Datenqualität und Nachweisbarkeit verankern.

Mergers & Acquisitions

  • Carve-out: LeanIX-Inventory für „Blast-Radius" (Apps, Server, Daten) und Trennschnitte.
  • PMI: Capability-Overlap-Analyse – Duplikate (z. B. HR) konsolidieren, Roadmap priorisieren.
  • Risiko & Tempo: Guardrails, Integrationsstrategie (SAP Integration Suite) und Phasenplan.

Governance & Operating Model

Rollen & Verantwortlichkeiten (RACI-light)

  • CIO – strategische Leitlinie, Budget, Priorisierung.
  • Enterprise Architect – Prinzipien, Zielbild, Guardrails.
  • Data – Metadaten, Datenqualität, Zugriffsmodelle.
  • Security – Policies, Kontrollen, Risiko-Abnahmen.
  • Domain Leads – Business Value, Prozessverantwortung.
  • Betriebsrat – Mitbestimmung bei Rollen & Arbeitsgestaltung.

RACI Überblick

Das Architecture Board entscheidet über Abweichungen (ADRs), vergibt Freigaben und überwacht Prinzipien wie „Cloud First", „Buy before Build" und „Keep the Core Clean". Projekt-Teams sind Responsible , Domain Leads Accountable , EA/Security Consulted , Stakeholder Informed .

Policies & Standards

Verbindliche Leitplanken: Namenskonventionen, API-Standards, Event-Design, Datenklassifizierung, Secrets-Handhabung, Test- und Releaseprozesse, Mindest-Telemetrie und Dokumentation (ADRs).

Roadmap: Implementierung

Phase 1: Assessment

Inventar mit LeanIX, Prozessaufnahme mit Signavio, Capability Map & Instanzstrategie definieren, Clean-Core-Baseline, Quick-Wins & Risiken identifizieren.

Phase 2: Pilot

Werttreiber-Pilot (z. B. Pricing-Logik auf BTP), Referenzarchitektur verproben, Integration & Security automatisieren, Architektur-Board etablieren.

Phase 3: Scale

Portfolio-Rationalisierung, Rollout nach Metro-Map, KPI-gestützte Steuerung, kontinuierliche Architektur (Automatisierte Checks, ADR-Routine).

KPIs & Wertbeitrag

Time-to-change
Release-Durchlaufzeit
Cost-to-serve
Betriebs- & Lizenzkosten
Incident rate
Störungen/Monat
Reuse
Service-/API-Wiederverwendung
Tech debt
Abbau pro Quartal
Stakeholder NPS
Fachbereich-Zufriedenheit

Messung und Kadenz

  • Quartalsweise Portfolio-Reviews und Architektur-Health-Checks.
  • Monatliche Messung von Durchlaufzeit, Defektdichte, Change-Failure-Rate.
  • Jährliche TCO-Bewertung und Investitionsplanung nach Value Streams.
  • Application Rationalization Savings (Lizenzen, Betrieb) nachgewiesen.
  • Upgradekostensenkung durch Clean Core (geringere Anpassungslast).

Cadence: Monatlich (Operativ), Quartalsweise (Strategisch), Jährlich (Budget/TCO).

Tools & Repositories

Weiterführende Informationen

FAQ

Was bedeutet „Clean Core" konkret? +

„Clean Core" heißt: Du hältst den S/4HANA-Kern frei von kundenspezifischem Code und nutzt Erweiterungen Side-by-Side auf der SAP BTP.

  • Im Kern: Standardprozesse, Customizing, Configuration – keine Modifikationen.
  • Außerhalb (BTP): Eigenlogik, Services, Regeln, UIs. Integration über stabile APIs/Events.
  • Guardrails: „Buy before Build", API-First, versionierte Events, ADR-Pflicht bei Abweichungen.
  • Anti-Pattern: direkte Tabellenzugriffe, harte Kopplung, UI-„Bloat" ohne Rollenbezug.
  • Messbarkeit: Upgrade-Dauer herunter, Change-Failure-Rate herunter, Wiederverwendungsquote hoch.

Ergebnis: schnellere Releases, niedrigere Upgradekosten und klare Verantwortlichkeiten.

Wofür brauche ich die „Metro Map"? +

Die Metro Map ist dein nicht-linearer Masterplan: Sie organisiert parallele Streams und Abhängigkeiten.

  • Streams: Daten/Analytics, Integration, Security/Compliance, Prozesse, Applikationen.
  • Artefakte: Zielbild/Referenzarchitektur, Migrationspfade, Policies/Guardrails, ADRs.
  • Cadence: 2–4-wöchige Abstimmungen, gemeinsame Meilensteine („Stationen").
  • RISE-Praxis: Instanzstrategie + Integrationsstrategie + Phasenplan aus einer Hand.
  • Risiken: Kritische Abhängigkeiten früh markieren (z. B. Stammdatenqualität, IAM).

So verhinderst du Engpässe und hältst Programme mit vielen Teilprojekten auf Kurs.

LeanIX oder Signavio – was ist der Unterschied? +

LeanIX fokussiert auf die IT-Landkarte, Signavio auf Geschäftsprozesse und Journeys – zusammen erhältst du Ende-zu-Ende-Transparenz.

  • LeanIX: Anwendungen, Schnittstellen, Kosten/TCO, Risiken, Lifecycle, Tech Debt.
  • Signavio: BPMN-Prozesse, Rollen, KPIs, Pain Points, Automatisierungs-Potenziale.
  • Verknüpfung: Prozess → Capability → Anwendung/API; Impact-Analysen bei Änderungen.
  • Praxis: Synchronisiere Namensräume/IDs, automatisiere Importe (CMDB, Repos, Tickets).

Nutze LeanIX für Portfoliosteuerung und Rationalisierung, Signavio für Prozessverbesserung und Adoption.

Wann darf ich den SAP-Kern erweitern? +

Nur in begründeten Ausnahmefällen – bevorzugt temporär und mit klarer Rückführung.

  • Erlaubt: rechtliche Vorgaben, Sicherheits-/Audit-Pflichten, fehlende Standardfunktion.
  • Prozess: ADR mit Begründung, Risiko-Bewertung, Befristung, Exit-Plan, Board-Freigabe.
  • Kontrolle: Telemetrie/Monitoring, regelmäßige Review-Termine, Alternativen prüfen.
  • Priorität: Erst Standard/Config, dann BTP-Extension, zuletzt Core-Erweiterung.

Ziel bleibt, Modifikationen zeitnah abzubauen und wieder zum Clean Core zurückzukehren.

RISE with SAP oder Private Cloud? +

Die Wahl hängt von Compliance, Differenzierung und Betriebsanforderungen ab.

  • RISE/SaaS: schnellere Upgrades, Kosten planbarer; gut für standardisierbare Capabilities.
  • Private Cloud: mehr Kontrolle/Isolation; sinnvoll bei strengen Auflagen oder Legacy-Abhängigkeiten.
  • Entscheidungslogik: Standard → SaaS; Differenzierung → BTP/Private Cloud (Side-by-Side).
  • Instanzstrategie: Multi-Instanz für rechtliche Anforderungen, gemeinsame Services via BTP.

Wichtig: Clean Core wahren und Erweiterungen konsequent außerhalb des Kerns implementieren.

Welche Rolle spielt KI in der EA? +

KI automatisiert Katalogisierung, Analysen und unterstützt das Zielbild – unter klaren Leitplanken.

  • AI-Mapping: automatische Zuordnung von Apps zu Capabilities, Erkennung von Redundanzen.
  • Generative Architektur: LLMs schlagen Zielarchitekturen/Integrationsmuster vor.
  • MLOps: Versionierung, Tests, Monitoring (Drift/Qualität), Freigabeprozesse.
  • Governance: Responsible-AI-Policies, Urheberrecht/Training-Daten, Auditierbarkeit.

Nutze KI, um EA aktuell zu halten – Entscheidungen bleiben beim Architecture Board.

Was ist der Metadaten-Katalog und warum ist er wichtig? +

Er ist die „Single Source of Truth" für fachliche/technische Objektdefinitionen – unverzichtbar bei Clean Core.

  • Inhalte: Business-Definition, Datentyp, Prozess-Relevanz, Daten-Owner, Qualitätsregeln.
  • Priority-1 Objekte: z. B. Business Partner, Sales Order – zuerst vollständig definieren.
  • Interop: Semantische Konsistenz zwischen Kern und BTP-Extensions, klare API-Verträge.
  • Governance: Änderungsworkflow, Versionierung, Freigabe durch Data/EA.

So bleiben Datenflüsse nachvollziehbar und AI-/Analytics-Use-Cases belastbar.

Wozu dienen Business-Rollen-Diagramme? +

Sie verbinden Organisation, Aufgaben und Fiori-Apps – für schlanke, relevante Oberflächen.

  • Mapping: Rolle → Aufgaben/Prozesse → konkrete Fiori-Apps & Berechtigungen.
  • Nutzen: geringere Einarbeitung, weniger Fehler, klare Priorisierung für Erweiterungen.
  • Vorgehen: Rollen aufnehmen, Apps konsolidieren, Überflüssiges entfernen, UX testen.
  • Governance: Änderungen via Board/RACI; Dokumentation als Teil der Referenzarchitektur.

Das erhöht Adoption und vermeidet „Bloatware" – ein Kernprinzip des Clean-Core-Ansatzes.