WiM Gas 2.0: Die Messwesen-Wechselprozesse im Gas ab 1. Oktober 2026
WiM Gas 2.0 ist die erste Überarbeitung der Wechselprozesse im Messwesen Gas seit 2017. Die Anwendungshilfe von BDEW, VKU, GEODE und FNB Gas wurde am 4. August 2025 veröffentlicht und gilt ab dem 1. Oktober 2026, Rechtsgrundlage ist die BNetzA-Festlegung BK7-19-001. Im Fokus steht der Messstellenbetrieb, nicht der Lieferantenwechsel: Kündigung, Beginn und Ende des Messstellenbetriebs, Gerätewechsel und Messwertübermittlung. Dieser Artikel erklärt, was sich zum Stichtag ändert, wie die neue Gas-Messeinrichtung an das Smart-Meter-Gateway Strom angebunden wird, wie sich WiM Gas von GeLi Gas abgrenzt, welche Risiken Termindruck und Datenqualität bergen und was Gasversorger, Stadtwerke und Messstellenbetreiber jetzt tun sollten.
WiM Gas 2.0 modernisiert die Wechselprozesse im Messwesen Gas zum 1. Oktober 2026. WiM steht für Wechselprozesse im Messwesen und regelt den elektronischen Datenaustausch rund um den Messstellenbetrieb. Es ist die erste Überarbeitung seit 2017 und das zweite große Gas-Release des Jahres 2026. Die Anwendungshilfe in der Version 2.0 wurde am 4. August 2025 von einem Verbände-Konsortium aus BDEW, VKU, GEODE und FNB Gas veröffentlicht, Rechtsgrundlage ist die BNetzA-Festlegung BK7-19-001 der Beschlusskammer 7. Inhaltlich geht es um den Messstellenbetrieb, nicht den Lieferantenwechsel: Kündigung, Beginn und Ende des Messstellenbetriebs, die Verpflichtung des grundzuständigen Messstellenbetreibers, Gerätewechsel, Störungsbehebung und Messwertübermittlung mit Werktagsfristen, etwa zehn Werktage als Höchstfrist. Die zentrale fachliche Neuerung ist die Anbindung einer neuen Gas-Messeinrichtung an das Smart-Meter-Gateway des Stromsektors. Damit wird der Gas-Messstellenbetrieb erstmals an die iMSys-Infrastruktur des Stroms gekoppelt, denn bei Gas gibt es keine eigenständige iMSys-Pflicht. Wichtig ist die Abgrenzung zu GeLi Gas 2.0, das den Lieferantenwechsel zum 1. April 2026 reformiert: WiM Gas 2.0 folgt sechs Monate später und referenziert GeLi nur für Querschnittsthemen wie Datenformate und Fristen. Kritisch sind der enge Zeitabstand zu GeLi Gas 2.0, die Datenqualität der Messlokation als Hauptfehlerquelle und die volle Last für kleine Messstellenbetreiber und Stadtwerke. Wer WiM Gas 2.0 an das GeLi-Gas-2.0-Programm anschließt, die Messlokationsdaten bereinigt und die nME-Anbindung an das SMGW Strom plant, hält den Übergang beherrschbar.
Was WiM Gas 2.0 bedeutet
WiM Gas 2.0 modernisiert die Wechselprozesse im Messwesen Gas zum 1. Oktober 2026. WiM steht für Wechselprozesse im Messwesen und regelt den elektronischen Datenaustausch rund um den Messstellenbetrieb. Es ist die erste Überarbeitung seit 2017 und das zweite große Gas-Release des Jahres 2026. Wer es einordnet, behandelt WiM Gas 2.0 als Messwesen-Reform mit hartem Termin, die direkt an das GeLi-Gas-2.0-Projekt anschließt.
Hinter WiM Gas 2.0 steht ein Verbände-Konsortium und eine BNetzA-Festlegung. Herausgeber der Anwendungshilfe sind BDEW, VKU, GEODE und FNB Gas. Rechtsgrundlage ist die Festlegung BK7-19-001 der Beschlusskammer 7, die den Rahmen vorgibt, während die Branche die IT-Prozesse in der Anwendungshilfe ausgestaltet. Der Fokus liegt klar auf dem Messstellenbetrieb, also der Frage, wer misst, und nicht auf dem Lieferantenwechsel, also der Frage, wer das Gas verkauft. Damit nähert WiM Gas 2.0 die Gasprozesse an die Stromwelt an, in der die Wechselprozesse im Messwesen seit Längerem etabliert sind.
Was sich zum 1. Oktober 2026 ändert
Im Kern werden die Messwesen-Prozesse modernisiert und an die Stromwelt angeglichen. Neu oder geändert sind unter anderem der Prozess Ende des Messstellenbetriebs vom Netzbetreiber an den Messstellenbetreiber, die Messwertübermittlung und die Status-Logik der Werte. Wer die betroffenen Prozesse kennt, kann die Umstellung gezielt planen, statt alles auf einmal anzufassen.
Konkret betrifft die Reform die Prozesse rund um den Messstellenbetrieb. Geregelt werden Kündigung, Beginn und Ende des Messstellenbetriebs, die Verpflichtung des grundzuständigen Messstellenbetreibers, der Gerätewechsel und die Geräteübernahme sowie die Störungsbehebung in der Messlokation. Hinzu kommt die Messwertübermittlung, die künftig auf Werktagsfristen läuft, mit etwa zehn Werktagen als Höchstfrist für die Übermittlung und einer eigenen Status-Logik für die Werte. Damit werden die Abläufe schlanker und stärker automatisiert, orientiert an den etablierten Strom-Prozessen. Für die Praxis heißt das, jeder bisherige Messwesen-Prozess muss gegen die neue Fassung der Anwendungshilfe geprüft und im IT-System nachgezogen werden.
Sektorkopplung: Gaszähler am Smart-Meter-Gateway Strom
Die wichtigste fachliche Neuerung verbindet Gas und Strom. Eine neue Gas-Messeinrichtung wird kommunikativ über das Smart-Meter-Gateway des Stromsektors angebunden. Der digitale Gaszähler nutzt damit die iMSys-Infrastruktur des Stroms, statt eine eigene aufzubauen.
Hintergrund ist, dass es bei Gas keine eigenständige iMSys-Pflicht gibt. Statt eine separate Gateway-Infrastruktur für Gas zu errichten, koppelt WiM Gas 2.0 die neue Gas-Messeinrichtung an das bereits vorhandene Smart-Meter-Gateway des Stroms an. Daraus entsteht eine neue Schnittstelle zwischen Gas-Messstellenbetrieb und Strom-iMSys und damit ein erhöhter Koordinationsbedarf. Wer Gas misst, muss sich künftig mit der Administration des Strom-Gateways abstimmen, etwa wenn Gas-Messstellenbetreiber und Strom-Gateway-Administration in unterschiedlichen Händen liegen. Für Stadtwerke, die beide Sparten betreiben, ist die Kopplung organisatorisch oft einfacher, bleibt aber technisch eine neue Verbindung, die sauber geplant werden muss.
WiM oder GeLi? Messwesen statt Lieferantenwechsel
Die beiden Gas-Releases 2026 werden leicht verwechselt, betreffen aber Verschiedenes. GeLi regelt den Lieferantenwechsel, WiM den Messstellenbetrieb. Wer das trennt, plant die Projekte richtig.
Für die Planung heißt das: GeLi Gas 2.0 ist die Reform des Lieferantenwechsels mit Stichtag 1. April 2026, WiM Gas 2.0 die Reform des Messstellenbetriebs mit Stichtag 1. Oktober 2026. WiM referenziert GeLi nur für Querschnittsthemen wie Datenformate und Fristen, statt sie zu duplizieren. Wer beide Releases trennt, vermeidet doppelte Annahmen und plant zwei aufeinanderfolgende, klar abgegrenzte Projekte. Die Details zum Lieferantenwechsel stehen im innobu-Artikel zu GeLi Gas 2.0 , der die operative Reform des Lieferantenwechsels eigenständig behandelt.
Herausforderungen und Risiken
Der Termindruck ist hoch und die Datenqualität entscheidend. Nur sechs Monate nach GeLi Gas 2.0 muss das Messwesen nachziehen, und schlechte Messlokationsdaten erzeugen Klärfälle. Eine ehrliche Betrachtung muss das benennen, statt WiM Gas 2.0 nur als geordnete Modernisierung zu zeichnen.
Der Abstand zu GeLi Gas 2.0 beträgt nur sechs Monate, was den Teams kaum Luft lässt, zumal viele dieselben Fachleute beide Projekte stemmen. Hauptfehlerquelle ist die Datenqualität der Messlokation: Stimmen ID, Adresse oder Zählernummer nicht, entstehen Klärfälle, die manuell aufgelöst werden müssen. Hinzu kommt die sektorübergreifende Komplexität durch die Anbindung an das Smart-Meter-Gateway Strom, die eine neue Schnittstelle und neue Abstimmung erfordert. Besonders kleine Messstellenbetreiber und Stadtwerke tragen die volle Last bei geringerer Skalierung, weil sie denselben Funktionsumfang umsetzen müssen wie große Marktteilnehmer.
Vorsicht bei Datenqualität und Termindruck: Fehlerhafte Messlokationsdaten, vor allem bei ID, Adresse und Zählernummer, sind die häufigste Ursache für Klärfälle und kosten zum Stichtag Zeit. Wer die Stammdaten nicht rechtzeitig bereinigt und WiM Gas 2.0 als Einzelprojekt nur sechs Monate nach GeLi Gas 2.0 behandelt, riskiert Engpässe gerade bei kleineren Messstellenbetreibern und Stadtwerken.
WiM Gas 2.0 ist keine reine Formaktualisierung, sondern bringt drei reale Risiken mit: den engen Abstand von sechs Monaten zu GeLi Gas 2.0, die Datenqualität der Messlokation als Hauptfehlerquelle und die zusätzliche Komplexität der Anbindung an das Smart-Meter-Gateway Strom. Wer die Messlokationsdaten früh bereinigt, beide Gas-Releases in einem Programm bündelt und die Sektorkopplung sauber plant, hält den Übergang gerade auch für kleine Messstellenbetreiber beherrschbar.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
WiM Gas 2.0 gehört in dasselbe Programm wie GeLi Gas 2.0, nicht in ein Einzelprojekt. Wer Messlokationsdaten bereinigt und mit dem Softwaredienstleister Lieferzeitpunkte klärt, vermeidet Engpässe. So wird aus einem regulatorischen Pflichttermin ein geordneter Schritt.
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WiM Gas 2.0 an das GeLi-Gas-2.0-Projekt anschließen
Schließe WiM Gas 2.0 direkt an das laufende GeLi-Gas-2.0-Projekt an, statt ein Einzelprojekt aufzusetzen. Beide Releases teilen Querschnittsthemen wie Datenformate und Fristen, und derselbe Plan vermeidet doppelte Annahmen und entlastet die ohnehin knappen Teams.
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Bereitstellung mit dem Softwaredienstleister klären
Kläre mit dem Softwaredienstleister die WiM-Gas-2.0-Bereitstellung verbindlich, vor allem den Lieferzeitpunkt der Releases. Nur mit einem festen Termin lassen sich interne Tests und die Inbetriebnahme so planen, dass sie vor dem 1. Oktober 2026 abgeschlossen sind.
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Stammdaten der Messlokationen bereinigen
Bereinige die Stammdaten der Messlokationen, vor allem ID, Adresse und Zählernummer. Saubere Daten sind die wirksamste Vorsorge gegen Klärfälle, die zum Stichtag manuell aufgelöst werden müssten und die Teams im Feld und im Backoffice belasten.
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Fristenmonitoring aufsetzen und nME-Anbindung planen
Setze ein Fristenmonitoring auf Werktagsbasis auf, das die Höchstfristen der Messwertübermittlung im Blick behält, und plane die Anbindung der neuen Gas-Messeinrichtung an das Smart-Meter-Gateway Strom. So sind sowohl die Fristen als auch die neue Sektorkopplung rechtzeitig abgesichert.
WiM Gas 2.0 ist im Kern ein Messwesen-Projekt mit hartem Takt, das in dasselbe Programm wie GeLi Gas 2.0 gehört. Wer die Bereitstellung mit dem Softwaredienstleister klärt, die Messlokationsdaten bereinigt und die nME-Anbindung an das Smart-Meter-Gateway Strom plant, vermeidet Engpässe zum 1. Oktober 2026. Wer den Lieferantenwechsel im Gas vertieft, ordnet WiM Gas 2.0 neben dem GeLi Gas 2.0 Lieferantenwechsel ab 1. April 2026 ein und erkennt die bewussten Unterschiede.
Weiterführende Informationen
Häufig gestellte Fragen
WiM Gas 2.0 modernisiert die Wechselprozesse im Messwesen Gas zum 1. Oktober 2026. WiM steht für Wechselprozesse im Messwesen und regelt den elektronischen Datenaustausch rund um den Messstellenbetrieb, also Kündigung, Beginn und Ende des Messstellenbetriebs, Gerätewechsel, Störungsbehebung und Messwertübermittlung. Es ist die erste Überarbeitung seit 2017 und das zweite große Gas-Release des Jahres 2026. Herausgeber der Anwendungshilfe sind BDEW, VKU, GEODE und FNB Gas, Rechtsgrundlage ist die BNetzA-Festlegung BK7-19-001.
WiM Gas 2.0 gilt ab dem 1. Oktober 2026. Die zugehörige Anwendungshilfe in der Version 2.0 wurde bereits am 4. August 2025 veröffentlicht, sodass Messstellenbetreiber und ihre Softwaredienstleister rund vierzehn Monate Vorlauf hatten. Der Stichtag liegt sechs Monate nach GeLi Gas 2.0, das den Lieferantenwechsel zum 1. April 2026 reformiert.
GeLi Gas 2.0 regelt den Lieferantenwechsel, also wer das Gas verkauft, und gilt ab 1. April 2026. WiM Gas 2.0 regelt den Messstellenbetrieb, also wer misst, und gilt ab 1. Oktober 2026. Dazu gehören Kündigung, Beginn und Ende des Messstellenbetriebs, Gerätewechsel und Messwertübermittlung. WiM referenziert GeLi nur für Querschnittsthemen wie Datenformate und Fristen, statt sie zu duplizieren. Wer beide Releases trennt, plant die Projekte richtig.
Die wichtigste fachliche Neuerung von WiM Gas 2.0 verbindet Gas und Strom. Eine neue Gas-Messeinrichtung wird kommunikativ über das Smart-Meter-Gateway des Stromsektors angebunden. Bei Gas gibt es keine eigenständige iMSys-Pflicht, deshalb nutzt der digitale Gaszähler die bestehende iMSys-Infrastruktur des Stroms. Daraus entsteht eine neue Schnittstelle zwischen Gas-Messstellenbetrieb und Strom-iMSys sowie ein erhöhter Koordinationsbedarf zwischen Gas-Messstellenbetreiber und der Administration des Strom-Gateways.
WiM Gas 2.0 gehört in dasselbe Programm wie GeLi Gas 2.0, nicht in ein Einzelprojekt. Messstellenbetreiber sollten WiM Gas 2.0 direkt an das GeLi-Gas-2.0-Projekt anschließen, mit dem Softwaredienstleister die WiM-Gas-2.0-Bereitstellung und die Lieferzeitpunkte verbindlich klären, die Stammdaten der Messlokationen bereinigen, vor allem ID, Adresse und Zählernummer, sowie ein Fristenmonitoring auf Werktagsbasis aufsetzen und die Anbindung der neuen Gas-Messeinrichtung an das Smart-Meter-Gateway Strom planen.