Integrationsingenieur mit Klemmbrett neben einem grauen Server- und Middleware-Rack in der Datenintegration eines Stadtwerks, eine Kollegin zeigt auf ein Patchpanel mit gebündelter Verkabelung

Marktkommunikation & MarktprozesseStand: 11 Min. Lesezeit

MaKo 2026: EDIFACT, AS4 und API-Webdienste im Überblick

Die deutsche Marktkommunikation steckt 2026 mitten in einem mehrjährigen Technologiewechsel. Er betrifft weniger die Geschäftsprozesse als die Datenarchitektur dahinter.

Zum 1. April 2026 ist mit Mitteilung Nr. 54 der Bundesnetzagentur ein neues Format-Release in Kraft getreten, das die EDIFACT-Formate unter dem Leitmotiv Konsolidierung statt Umbruch aktualisiert. Parallel ist AS4 seit dem 1. April 2024 verpflichtender Transportweg, der erste API-Prozess gilt seit dem 6. Juni 2025 und mit Mitteilung Nr. 56 folgt das nächste Release ab dem 1. Oktober 2026.

Zusammenfassung

MaKo 2026 ist kein einzelner Stichtag, sondern ein gestaffelter Architekturwechsel der deutschen Marktkommunikation. Die fachlichen Geschäftsprozesse bleiben weitgehend stabil, modernisiert werden Formate, Transportwege und Schnittstellen. Zum 1. April 2026 ist mit Mitteilung Nr. 54 der Bundesnetzagentur ein neues Format-Release in Kraft getreten, mit Entscheidungsbäumen 4.2, Prüfidentifikatoren 3.3, Allgemeinen Festlegungen 6.1c und OBIS-Kennzahlen 2.5c, unter dem Leitmotiv Konsolidierung statt Umbruch. Der Transportweg AS4 ist im Strommarkt seit dem 1. April 2024 verpflichtend und löst E-Mail und AS2 ab, gesichert über die Smart-Metering-PKI, BSI-Kryptostandards und TLS. Parallel etabliert die Bundesnetzagentur API-Webdienste mit JSON als zweite Säule, der erste verpflichtende API-Prozess zur Ermittlung der MaLo-ID gilt seit dem 6. Juni 2025; nach Mitteilung Nr. 58 vom 1. Oktober 2026 bleiben die API-Webdienste voraussichtlich bis auf weiteres auf MaLo-Ident und Steuern beschränkt. Verbindlich ab dem 1. Oktober 2026 ist das Release nach Mitteilung Nr. 56 vom 1. April 2026, mit EBD 4.3, Allgemeinen Festlegungen 6.1d, Prüfidentifikatoren 4.0 und aktualisierten AS4-Profilen; die API-Webdienste Strom 2.0.0 blieben ausdrücklich draußen. Betroffen sind alle Marktrollen, vom Netzbetreiber über Lieferanten und Messstellenbetreiber bis zu Stadtwerken. Sie sollten MaKo 2026 als laufendes Programm mit klarer Enterprise-Architecture-Steuerung aufsetzen, EDIFACT-, AS4- und API-Pfade kapseln und an die Festlegungstermine koppeln.

Was MaKo 2026 wirklich ist: ein Architekturwechsel

MaKo 2026 ist ein gestaffelter Umbau der Marktkommunikation, kein einzelnes Ereignis. Er lässt die fachlichen Geschäftsprozesse weitgehend stabil und modernisiert stattdessen Formate, Transportwege und Schnittstellen. Zum 1. April 2026 ist das aktuelle Format-Release in Kraft getreten, das die Bundesnetzagentur selbst unter das Leitmotiv Konsolidierung statt Umbruch stellt. Wer das verstanden hat, behandelt MaKo 2026 als Datenarchitektur- und Integrationsthema, nicht als reines Fachprojekt. Wie Messwerte zwischen den Marktrollen zu Prozessen werden, vom Lieferantenwechsel bis zum MaBiS-Hub, beschreibt das Kapitel Marktkommunikation im Fachbuch.

1. April 2026
Format-Release verbindlich
Mitteilung Nr. 54 der Bundesnetzagentur
1. April 2024
AS4 im Strommarkt verpflichtend
löst E-Mail und AS2 als Transportweg ab
6. Juni 2025
Erster verpflichtender API-Prozess
Ermittlung der MaLo-ID per Webdienst
1. Oktober 2026
Nächstes Release verbindlich
Mitteilung Nr. 56, EBD 4.3 und AS4-Profil 1.2
6.1c
Allgemeine Festlegungen
mit EBD 4.2, PID 3.3 und OBIS 2.5c
rund 6 Mio.
Lieferantenwechsel pro Jahr
in Deutschland, Massenbetrieb der MaKo

Mitteilung Nr. 54 bringt zum 1. April 2026 Entscheidungsbäume in Version 4.2, Prüfidentifikatoren 3.3, Allgemeine Festlegungen 6.1c und OBIS-Kennzahlen 2.5c. Im Kern stehen klarere Mussfeld-Definitionen, harmonisierte Referenzlogik und weniger Interpretationsspielraum in den Validierungen. Betroffen sind die Prozesse GPKE, WiM, MaBiS und GeLi Gas, also die Kernabläufe von Lieferantenwechsel, Messwesen, Bilanzierung und Gasbelieferung. Das ist bewusst Konsolidierung: Die Prozesslogik bleibt, die technische Basis wird sauberer.

MaKo 2026 ist der gestaffelte Technologiewechsel der deutschen Marktkommunikation, bei dem die Bundesnetzagentur in nummerierten Mitteilungen Formate, Transportwege und Schnittstellen modernisiert. Im Mittelpunkt stehen das EDIFACT-Format-Release zum 1. April 2026, der verpflichtende AS4-Transport und API-Webdienste, die EDIFACT bei MaLo-Ident und Steuern ergänzen.

EDIFACT und API: zwei Welten parallel

Neu ist, dass neben dem dateibasierten EDIFACT-Austausch erstmals synchrone API-Webdienste mit JSON stehen. EDIFACT-Nachrichten wie UTILMD, MSCONS oder INVOIC bleiben bestehen. Mit Mitteilung Nr. 58 vom 1. Oktober 2026 hat die Bundesnetzagentur klargestellt, dass API-Webdienste EDIFACT auf absehbare Zeit nicht ablösen, sondern voraussichtlich auf MaLo-Ident und Steuern beschränkt bleiben. Der erste verpflichtende API-Prozess zur Ermittlung der MaLo-ID gilt seit dem 6. Juni 2025.

Zwei Kolleginnen prüfen am Besprechungstisch eines Versorgungsunternehmens gedruckte Schnittstellenspezifikationen und eine Datenmapping-Tabelle, eine Hand auf einem Ordner mit Farbreiter
EDIFACT und API koexistieren: Bestandsformate wie UTILMD bleiben, während neue API-Webdienste den synchronen Dialog übernehmen. Die Mapping-Logik zwischen beiden Welten wird zum dauerhaften Bestandteil der Integration.

Der Unterschied liegt im Charakter der Kommunikation. EDIFACT ist asynchron und dateibasiert, API-Webdienste ermöglichen einen synchronen Dialog mit definiertem Start- und Endpunkt nahezu in Echtzeit. Die EDI@Energy-API-Guideline standardisiert dafür die JSON-Formatierung, Pflichtfelder wie TransactionID und creationTime für Idempotenz sowie die HTTP-Statuscodes. Mit Mitteilung Nr. 55 stellte die Bundesnetzagentur das API-Webdienste Strom Release 2.0.0 zur Konsultation, das den API-Webdienst zur MaLo-ID-Ermittlung in mehrere fachlich getrennte Dienste überführt und von Swagger nach GitHub migriert ist. In die verbindliche Fassung nach Mitteilung Nr. 56 kam es nicht. Mit Mitteilung Nr. 58 vom 1. Oktober 2026 hat die Bundesnetzagentur die Richtung geändert: Die UTILTS bleibt erhalten, die im Juli konsultierten API-Webdienste für Berechnungsformel und Lokationsbündel werden nicht eingeführt, und API-Webdienste sollen voraussichtlich auf MaLo-Ident und Steuern beschränkt bleiben.

EDIFACT, die Bestandswelt
Dateibasiert und asynchron, Nachrichten wie UTILMD, MSCONS, INVOIC
Etabliert im Massenbetrieb mit Millionen Nachrichten täglich
Bleibt vorerst bestehen, wird per Format-Release konsolidiert
API, die neue Säule
JSON-basiert und synchron, Dialog nahezu in Echtzeit
TransactionID und creationTime sichern Idempotenz
Erster Pflichtprozess MaLo-ID seit 6. Juni 2025, ergänzt EDIFACT bei MaLo-Ident und Steuern

Für die Architektur bedeutet das einen Doppelzustand auf Jahre. Bestandssysteme müssen EDIFACT weiter verarbeiten und gleichzeitig API-Clients bereitstellen, denn beide Kanäle laufen parallel. Wer diese Koexistenz sauber kapselt, kann neue API-Prozesse hinzuschalten, ohne die bewährte EDIFACT-Strecke anzufassen.

AS4: der neue Transportweg unter der Haube

Während Formate und API die Inhalte betreffen, regelt AS4 den Transport. AS4, kurz für Applicability Statement 4, ist ein auf ebMS3 und Webservices basierender Standard, der seit dem 1. April 2024 im deutschen Strommarkt verpflichtend ist und die frühere Übertragung von EDIFACT-Nachrichten per E-Mail und AS2 ablöst. Damit wird der Kanal sicherer, quittiert und auditierbar, was für den Massenbetrieb entscheidend ist.

Flussdiagramm des Nachrichtenpfads in der Marktkommunikation in fünf Schritten von der EDIFACT-Erzeugung über Konverter und Mapping und den AS4-Transport bis zum API-Endpunkt beim Marktpartner und der Verarbeitung im EDM-System
Der Nachrichtenpfad in der Marktkommunikation: von der EDIFACT-Erzeugung über Konverter und Mapping und den AS4-Transport bis zum API-Endpunkt beim Marktpartner und der Verarbeitung im EDM-System.

AS4 deckt die Kernprozesse GPKE, MPES, WiM und MaBiS ab, Fahrplanaustausch und Redispatch 2.0 sind separat geregelt. Die Kommunikationssicherheit basiert auf der Smart-Metering-PKI und den Kryptostandards des BSI, der Transport selbst ist mit TLS gesichert. Mit Mitteilung Nr. 56 aktualisiert die Bundesnetzagentur die AS4-Profile auf Version 1.2 und die Übertragungsregeln auf Version 1.10, jeweils verbindlich ab dem 1. Oktober 2026.

Warum der Transportweg die Architektur verändert: Solange EDIFACT per E-Mail und AS2 lief, war der Transport ein loser, schwer nachweisbarer Kanal. Mit AS4 wird er zu einem quittierten, TLS-gesicherten Webservice mit fester PKI-Bindung. Das verlagert Aufwand von der Postfach-Verwaltung hin zu Konnektoren, Zertifikaten und Monitoring, dauerhaft und nicht nur einmalig zur Frist.

Wer betroffen ist und was in den Systemen passiert

Die Umstellung trifft alle Marktrollen gleichermaßen, vom Netzbetreiber über den Lieferanten und Messstellenbetreiber bis zum Bilanzkreisverantwortlichen. Für Stadtwerke mit gewachsener IT-Landschaft bedeutet das, EDM-Systeme, Konverter und Schnittstellen synchron zu jedem Festlegungstermin anzupassen, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Genau hier entscheidet die Qualität der Datenarchitektur über Aufwand und Risiko.

Ebene Was sich ändert Was im System passiert
Format neue EDIFACT-Versionen und Entscheidungsbäume Validierungen und Mappings nachziehen
Transport AS4 statt E-Mail und AS2 AS4-Konnektoren, PKI-Zertifikate, Monitoring
Schnittstelle API-Webdienste mit JSON API-Clients und Idempotenz-Logik bereitstellen
Integration dauerhafte Koexistenz der Kanäle Mapping zwischen EDIFACT, IDoc und JSON pflegen

Betroffen sind Netzbetreiber, Lieferanten, Messstellenbetreiber, Bilanzkreisverantwortliche und Stadtwerke, faktisch alle Marktteilnehmer. EDM- und Abrechnungssysteme müssen neue Formatversionen, AS4-Konnektoren und API-Clients gleichzeitig unterstützen. Das Mapping zwischen EDIFACT, internen Strukturen wie IDoc und JSON-APIs wird damit zum dauerhaften Bestandteil der Integrationslandschaft, nicht zu einer einmaligen Umstellung. Wie sich solche Migrationen in eine geordnete Systemstrategie einbetten lassen, zeigt die innobu-Analyse zu den überraschenden Wahrheiten der S/4HANA-Migration.

Wichtig

Die kritische Stelle ist nicht das einzelne Format, sondern die Synchronität. Format, Transport und Schnittstelle ändern sich zu unterschiedlichen Terminen, müssen aber zusammen funktionieren. Wer Konverter und Schnittstellen sauber kapselt, kann jede Ebene einzeln anpassen, ohne den Massenbetrieb aus Lieferantenwechsel, Bilanzierung und Messwertaustausch zu gefährden.

Der Fahrplan: gestaffelte Fristen statt eines Stichtags

MaKo 2026 ist als rollierender Fahrplan organisiert, bei dem die Bundesnetzagentur in nummerierten Mitteilungen jeweils Konsultations- und Verbindlichkeitstermine setzt. Auf das Release vom 1. April 2026 nach Mitteilung Nr. 54 folgt mit Mitteilung Nr. 56 das nächste Bündel an Formaten, verbindlich ab dem 1. Oktober 2026. Wer das Programm als Daueraufgabe statt als Einmalprojekt aufsetzt, bleibt lieferfähig.

Termin Mitteilung Inhalt
1. April 2024 AS4-Einführung Strom AS4 verpflichtend, löst E-Mail und AS2 ab
6. Juni 2025 erster API-Prozess Ermittlung der MaLo-ID per Webdienst verpflichtend
1. April 2026 Mitteilung Nr. 54 Format-Release: EBD 4.2, PID 3.3, Festlegungen 6.1c, OBIS 2.5c
1. Oktober 2026 Mitteilung Nr. 56 EBD 4.3, AF 6.1d, PID 4.0, AS4-Profil 1.2, RzUe 1.10

Mitteilung Nr. 54 macht das Format-Release ab dem 1. April 2026 verbindlich. Mitteilung Nr. 55 war die Konsultation dazu, Schluss am 27. Februar 2026. Mitteilung Nr. 56 vom 1. April 2026 macht daraus die verbindliche Fassung ab dem 1. Oktober 2026, mit neuen Nachrichtentypversionen, EBD 4.3 und aktualisierten AS4-Profilen, ohne das API-Webdienste Strom Release 2.0.0. Die mailbasierte EDIFACT-Übertragung wird seit Ende 2023 schrittweise durch AS4 ersetzt, API-Webdienste kamen im Juni 2025 für die Ermittlung der MaLo-ID hinzu. Die Schichten EDIFACT-Transport, AS4 und API entwickeln sich also versetzt, aber aufeinander aufbauend.

Vorsicht bei der Termin-Taktung: Wer MaKo 2026 als einmaliges Projekt zum 1. April 2026 plant, verpasst, dass schon zum 1. Oktober 2026 das nächste Release greift. Format-, Transport- und Schnittstellenstände laufen versetzt. Ohne ein Programm, das die Festlegungstermine fortlaufend nachzieht, droht der Massenbetrieb bei jedem Release in Notpatches zu rutschen.

Was Versorger und Stadtwerke jetzt tun sollten

Die wirtschaftlich kluge Antwort auf MaKo 2026 ist ein laufendes Programm mit klarer Enterprise-Architecture-Steuerung statt punktueller Notpatches zu jedem Termin. Wer EDIFACT-, AS4- und API-Pfade in einer integrierten Architektur bündelt und Konverter sowie Schnittstellen sauber kapselt, reduziert den Anpassungsaufwand bei jedem neuen Release. So wird aus einer regulatorischen Pflicht ein belastbares Fundament für die weitere Digitalisierung.

Kleines Team im Betriebsraum eines Stadtwerks bespricht gedruckte Prozesskarten und Ordner zur Migrationsplanung, im Hintergrund ein Serverschrank und ein Patchpanel mit gebündelter Verkabelung
MaKo 2026 wird beherrschbar, wenn Versorger Zielarchitektur, Konverter und Festlegungstermine gemeinsam planen. Ein laufendes Programm hält den Massenbetrieb stabil, während jede Ebene einzeln nachgezogen wird.
  1. Zielarchitektur mit gekapselten Kanälen definieren

    Definieren Sie eine Zielarchitektur, die EDIFACT, AS4-Transport und API-Webdienste als koexistierende Kanäle kapselt. Jede Ebene bekommt eine klare Schnittstelle, damit sich Format, Transport und API einzeln und ohne Seiteneffekte ändern lassen.

  2. Konverter und Mappings zentral pflegen

    Pflegen Sie Konverter und Mappings zwischen EDIFACT, internen Strukturen wie IDoc und JSON-APIs an einer zentralen Stelle. So landen neue Formatversionen und API-Releases ohne Bruch im Massenbetrieb, statt in jeder Anwendung einzeln nachgebaut zu werden.

  3. Programm an die Festlegungstermine koppeln

    Koppeln Sie das Programm an die Festlegungstermine der Bundesnetzagentur und planen Sie Mitteilung Nr. 54, Nr. 56 und die Konsultation nach Nr. 57 als feste Releasezyklen ein, zusammen mit der Festlegung HEDWIG nach Paragraf 111g EnWG. Konsultations- und Verbindlichkeitstermine gehören in einen rollierenden Plan, nicht in eine einmalige Projektliste.

  4. Verbindung zu Smart Meter und Paragraf 14a mitdenken

    Denken Sie die Verbindung zu Redispatch, Smart Meter und Paragraf 14a EnWG mit. Dieselbe saubere Datenbasis aus Marktkommunikation und Messwesen trägt mehrere Pflichten und macht die Investition über einzelne Releases hinaus wertvoll.

Wichtig

MaKo 2026 ist im Kern ein Architekturthema mit regulatorischem Takt. Wer EDIFACT, AS4 und API als koexistierende Kanäle kapselt und an die Festlegungstermine koppelt, hält den Massenbetrieb stabil. Dieselbe saubere Datenbasis trägt auch die Steuerbox und Netzsteuerung nach Paragraf 14a EnWG und macht die Investition über mehrere Releases hinweg wertvoll.

Frist, Marktrollen, Systeme

01.10.2026MaKo-Formatrelease Mitteilung Nr. 56Festlegung · gilt

Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Behörde kann durchsetzen Die Fassungen sind nach den Festlegungen zur Marktkommunikation verbindlich. Verstöße kann die Bundesnetzagentur nach § 65 EnWG, gegenüber Messstellenbetreibern nach § 76 MsbG, abstellen lassen und mit Zwangsgeld bis 10 Millionen Euro durchsetzen (§ 94 EnWG, für Messstellenbetreiber über § 76 Abs. 4 MsbG); wer eine vollziehbare Anordnung nach § 65 EnWG missachtet, handelt nach § 95 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EnWG ordnungswidrig (bis 100.000 Euro). Ob das auch für Anordnungen nach § 76 MsbG gilt, ist offen: § 76 Abs. 4 MsbG verweist auf Teil 8 EnWG, § 95 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EnWG nennt aber nur Anordnungen nach dem EnWG, etwa nach § 65, keine nach dem MsbG. Rechtsgrundlage ↗

  • Netzbetreiber StromPflicht der RolleVerarbeitet die neuen AHB/MIG-Versionen ab 1. Oktober produktiv, darunter UTILMD Strom 2.2 mit der Angabe zur Fernsteuerbarkeit.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), SAP IS-U / S/4HANA Utilities, EDM / MDM
  • Netzbetreiber GasPflicht der RolleStellt UTILMD Gas auf die Fassung G1.2 um und testet die Gasprozesse gegen die neuen Prüfidentifikatoren.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), SAP IS-U / S/4HANA Utilities
  • Grundzuständiger MessstellenbetreiberPflicht der RolleStellt MSCONS, ORDERS und UTILMD auf die neuen Fassungen um und passt die AS4-Anbindung an Profil 1.2 an.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), EDM / MDM
  • LieferantPflicht der RolleVerarbeitet Wechsel-, Stammdaten- und Rechnungsnachrichten in den neuen Fassungen und klärt Ablehnungen über APERAK.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), SAP IS-U / S/4HANA Utilities, Netznutzungs- und Kundenabrechnung

01.04.2027MaKo-Formatrelease Mitteilung Nr. 58Festlegung · beschlossen

Anwendbarkeit: Das ActivationDocument AWT betrifft nur Marktpartner im Redispatch. Die Regelungen zum Übertragungsweg 1.11 gelten für den Austausch über AS2, E-Mail (SMTP), SFTP und REST; für AS4 gibt es eigene Regelungen.

Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Behörde kann durchsetzen Die Fassungen sind nach den Festlegungen zur Marktkommunikation verbindlich. Verstöße kann die Bundesnetzagentur nach § 65 EnWG, gegenüber Messstellenbetreibern nach § 76 MsbG, abstellen lassen und mit Zwangsgeld bis 10 Millionen Euro durchsetzen (§ 94 EnWG). Scheitert die gesicherte Verbindung an fehlenden oder ungültigen Zertifikaten, trägt die Folgen, wer sie nicht bereitgestellt oder falsch genutzt hat (Regelungen zum Übertragungsweg, Kapitel 12). Rechtsgrundlage ↗

  • Netzbetreiber StromPflicht der RolleStellt die Redispatch-Meldungen auf ActivationDocument AWT 1.1g um und zieht den Übertragungsweg auf Fassung 1.11 nach.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), EDM / MDM
  • ÜbertragungsnetzbetreiberPflicht der RolleNimmt Redispatch-Abrufe im Format ActivationDocument AWT 1.1g entgegen und passt die Zertifikatsnutzung für mTLS an.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), Direktvermarktung und Fernsteuerung
  • Grundzuständiger MessstellenbetreiberPflicht der RolleZieht den Übertragungsweg auf Fassung 1.11 nach; die geplante API-Ablösung der UTILTS entfällt, der UTILTS-Versand bleibt.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), EDM / MDM
  • LieferantPflicht der RolleBehält die UTILTS-Verarbeitung für Zählzeiten und Berechnungsformeln und passt den Übertragungsweg auf Fassung 1.11 an.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API)

Einordnung für typische Marktrollen, keine Prüfung Ihres Einzelfalls und keine Rechtsberatung. Ob eine Pflicht für Ihr Unternehmen gilt (Schwellenwerte, Ausnahmen), klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung oder Rechtsberatung. Der Kalender ersetzt keine eigene Fristenprüfung. Stand der Angaben: 25.10.2026.

Umsetzung besprechen →Im Fristenkalender →

Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

MaKo 2026 ist kein einzelner Stichtag, sondern ein gestaffelter Umbau der deutschen Marktkommunikation in der Energiewirtschaft. Zum 1. April 2026 ist mit Mitteilung Nr. 54 der Bundesnetzagentur ein neues Format-Release in Kraft getreten, das die EDIFACT-Formate unter dem Leitmotiv Konsolidierung statt Umbruch aktualisiert. Parallel modernisiert MaKo 2026 die Transportwege über AS4 und führt API-Webdienste ein. Die fachlichen Geschäftsprozesse bleiben weitgehend stabil, modernisiert werden Formate, Transport und Schnittstellen.

EDIFACT ist das dateibasierte Nachrichtenformat mit Typen wie UTILMD, MSCONS oder INVOIC. AS4 ist der Transportweg, ein auf ebMS3 und Webservices basierender Standard, der seit dem 1. April 2024 im Strommarkt verpflichtend ist und die frühere Übertragung per E-Mail und AS2 ablöst. API-Webdienste mit JSON sind die zweite Säule für den synchronen Dialog nahezu in Echtzeit. Format, Transport und Schnittstelle sind also drei getrennte Ebenen, die zusammen den Nachrichtenpfad bilden.

AS4, also Applicability Statement 4, ist im deutschen Strommarkt seit dem 1. April 2024 verpflichtend und löst die frühere E-Mail- und AS2-basierte Übertragung von EDIFACT-Nachrichten ab. Die Kommunikationssicherheit basiert auf der Smart-Metering-PKI und den Kryptostandards des BSI, der Transport ist mit TLS gesichert. Mit Mitteilung Nr. 56 werden die AS4-Profile auf Version 1.2 und die Übertragungsregeln auf Version 1.10 aktualisiert, jeweils verbindlich ab dem 1. Oktober 2026.

Nach heutigem Stand nicht. EDIFACT-Nachrichten wie UTILMD, MSCONS oder INVOIC bleiben bestehen, und auch die UTILTS bleibt erhalten. Der erste verpflichtende API-Prozess zur Ermittlung der MaLo-ID gilt seit dem 6. Juni 2025. Mit Mitteilung Nr. 57 hatte die Bundesnetzagentur im Juli 2026 konsultiert, die UTILTS durch API-Webdienste zu ersetzen. Mit Mitteilung Nr. 58 vom 1. Oktober 2026 hat sie sich dagegen entschieden: API-Webdienste sollen voraussichtlich auf MaLo-Ident und Steuern beschränkt bleiben, neue Anwendungsfälle aus dem MaBiS-Hub kommen in EDIFACT. EDIFACT bleibt damit das tragende Format, API ergänzt es für wenige Anwendungsfälle.

Das Format-Release nach Mitteilung Nr. 54 ist seit dem 1. April 2026 verbindlich, mit EBD 4.2, Prüfidentifikatoren 3.3, Allgemeine Festlegungen 6.1c und OBIS-Kennzahlen 2.5c. Mitteilung Nr. 55 war dazu nur die Konsultation, Schluss am 27. Februar 2026. Verbindlich wurde das Release erst mit Mitteilung Nr. 56 vom 1. April 2026, gültig ab dem 1. Oktober 2026, mit EBD 4.3, Allgemeinen Festlegungen 6.1d, Prüfidentifikatoren 4.0 und aktualisierten AS4-Profilen. Die API-Webdienste Strom 2.0.0 sind darin ausdrücklich nicht enthalten. MaKo 2026 ist als rollierender Fahrplan organisiert, nicht als einmaliger Stichtag.

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