zwei Pipeline-Ingenieure an einer gelben Wasserstoff-Fernleitung an einer Mess- und Reglerstation

Wärme, Gas & WasserstoffStand: 8 Min. Lesezeit

H2-Kernnetz: Kapazitätsbuchung nach WaKandA und die Plattform ab 01.01.2028

Mit der BNetzA-Festlegung WaKandA bekommt der Zugang zum Wasserstoff-Kernnetz erstmals ein verbindliches Kapazitätsmodell.

Ab dem 01.01.2028 müssen die Netzbetreiber Ein- und Ausspeisekapazität über eine gemeinsame Buchungsplattform vergeben; den 01.10.2026 aus dem Konsultationsentwurf hat die Beschlusskammer im Beschluss vom 27.10.2025 um 15 Monate verschoben. Wer Wasserstoff transportieren, einspeisen oder abnehmen will, ist von da an Transportkunde mit Registrierungs-, Buchungs- und Nominierungspflichten nach WaKandA und WasABi. Bis dahin sind Buchungen auch bilateral möglich. Das ist kein Detail für die Regulierungsabteilung allein, sondern eine operative Aufgabe für Händler, Industrie und Kraftwerke.

Es geht um die Kapazität und den Netzzugang, nicht um den gesetzlichen Rahmen der EnWG-Novelle und nicht um das Gas-Kapazitätsregime KARLA, das die Ablösung der GasNZV beschreibt. Hier geht es um die Tür, durch die Kapazität im Wasserstoff-Kernnetz gebucht wird.

Zusammenfassung

WaKandA ist die Festlegung Wasserstoff Kapazitäten Grundmodell und Abwicklung des Netzzugangs der Beschlusskammer 7 der Bundesnetzagentur, Aktenzeichen BK7-24-01-015, eingeleitet am 03.07.2024 auf Grundlage von Paragraf 28n Abs. 5 Nr. 1 in Verbindung mit Paragraf 29 Abs. 1 EnWG. Sie schafft erstmals ein verbindliches Kapazitätsmodell für den Zugang zum Wasserstoff-Kernnetz und ist sauber vom Schwesterverfahren WasABi zur Bilanzierung und vom getrennten Finanzierungsregime WANDA zu unterscheiden. Die Wasserstoffnetzbetreiber bilden ein gemeinsames deutschlandweites Entry-Exit-Marktgebiet nach Paragraf 28n Abs. 1 EnWG. Transportkunden buchen Ein- und Ausspeisekapazität unabhängig voneinander, ohne festen Transportpfad. Es gibt genau zwei Produkte: feste Wasserstoffnetzkapazität (FWK) und unterbrechbare Wasserstoffnetzkapazität (UWK), je auf Jahres-, Monats- und Tagesbasis. Anders als im Gas gibt es ausdrücklich keine bedingten Kapazitätsprodukte. Ab dem 01.01.2028 muss die gesamte Ein- und Ausspeisekapazität über eine gemeinsame Kapazitätsbuchungsplattform vergeben werden; der Konsultationsentwurf hatte dafür den 01.10.2026 vorgesehen, und bis zum Start sind Buchungen auch bilateral möglich. Vergeben wird in der Regel nach First-Come-First-Served. Auf Auktion stellen die Netzbetreiber nur an Grenzübergängen und Speichern um, sobald dort mindestens 80 Prozent der buchbaren festen Kapazität ausgebucht sind, es sei denn, sie bestimmen bis zum 01.01.2028 einen eigenen Ausbuchungswert. Mindestens 10 Prozent der technischen Kapazität je Punkt bleiben für Monats- und Tagesprodukte zurück, außer an Ausspeisepunkten zu Letztverbrauchern und an Einspeisepunkten von Produktionsanlagen. Die Plattform muss zudem den Weiterverkauf als Sekundärkapazität ermöglichen. Die Höchstlaufzeit von Jahreskapazitätsverträgen beträgt 15 Jahre. WaKandA und WasABi, beide am 27.10.2025 beschlossen, sind zum selben Datum insgesamt anzuwenden; davor läuft seit dem 19.03.2026 die freiwillige Kapazitätsreservierung als Interimsphase. Das genehmigte Kernnetz umfasst 9.040 Kilometer und 18,9 Milliarden Euro, ist seit dem 22.10.2024 genehmigt und besteht zu rund 60 Prozent aus umgestellten Erdgasleitungen.

BK7-24-01-015
Aktenzeichen der WaKandA-Festlegung
Beschlusskammer 7
01.01.2028
startet die Vergabe über die gemeinsame Plattform
zugleich gelten WaKandA und WasABi
01.01.2027
veröffentlichen die Netzbetreiber die Cluster-Übersicht
einzige Frist vor 2028
80 %
Ausbuchung, ab der an Grenzübergängen und Speichern versteigert wird
sofern kein eigener Wert bis 2028
15 Jahre
Höchstlaufzeit von Jahreskapazitätsverträgen
EU-Rahmen bis 20 Jahre
9.040 km
genehmigtes Wasserstoff-Kernnetz
18,9 Mrd. Euro, bis 2032

WaKandA: die Festlegung hinter dem Wasserstoff-Netzzugang

WaKandA ist die BNetzA-Festlegung, die erstmals ein verbindliches Kapazitätsmodell für den Zugang zum Wasserstoff-Kernnetz schafft. Der sperrige Kurzname steht für "Wasserstoff Kapazitäten Grundmodell und Abwicklung des Netzzugangs". Das Verfahren trägt das Aktenzeichen BK7-24-01-015 und liegt bei der Beschlusskammer 7 der Bundesnetzagentur, nicht bei der Beschlusskammer 9. Eingeleitet wurde es am 03.07.2024, beschlossen hat die Beschlusskammer die Festlegung am 27.10.2025.

Rechtsgrundlage ist Paragraf 28n Abs. 5 Nr. 1 in Verbindung mit Paragraf 29 Abs. 1 EnWG. WaKandA kommt nicht allein: Parallel läuft das Schwesterverfahren WasABi, die Wasserstoff-Bilanzierung mit dem Aktenzeichen BK7-24-01-014, deren Termine für die Datenplattform und den Bilanzierungsstart bei den Fristen für Wasserstoffnetze stehen. Beide gehören zusammen, denn eine gebuchte Kapazität muss am Ende über einen Bilanzkreis abgewickelt werden. WaKandA regelt, wie Kapazität vergeben wird, WasABi, wie die Mengen bilanziert werden. Die zweite Konsultation lief bis Ende Februar 2025, bevor der Beschluss fiel.

Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei anderen Regelwerken, die leicht verwechselt werden. WaKandA ist nicht WANDA. WANDA, die "Bestimmung zur Bildung der Netzentgelte und zur Einrichtung eines Amortisationsmechanismus", ist die getrennte Finanzierungsfestlegung mit dem Hochlaufentgelt und einem Amortisationskonto, das bis 2055 läuft. Kurz gesagt: WaKandA regelt die Kapazität und den Netzzugang, WANDA das Geld. Den übergreifenden gesetzlichen Rahmen liefert weder die eine noch die andere Festlegung, sondern die EnWG-Novelle zur Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoffpakets.

Ebenso ist WaKandA nicht das Gas-Regime. Die Vergabe fester und unterbrechbarer Kapazität im Gasnetz folgt der Festlegung KARLA Gas, die im Zuge der Ablösung der GasNZV entstanden ist. WaKandA ist das eigenständige Wasserstoff-Pendant, das sich an vielen Stellen am Gas orientiert, an einigen aber bewusst davon abweicht. Genau diese Unterschiede machen das Wasserstoff-Modell aus, und sie zeigen sich zuerst bei den Produkten.

Das Entry-Exit-System Wasserstoff und seine zwei Kapazitätsprodukte

Der Zugang folgt einem deutschlandweiten Entry-Exit-Modell. Alle Wasserstoffnetzbetreiber bilden nach Paragraf 28n Abs. 1 EnWG ein gemeinsames Marktgebiet, in das sämtliche Ein- und Ausspeisepunkte einbezogen werden. Das ist die entscheidende Architektur: Es gibt nicht je Netzbetreiber ein eigenes Gebiet, sondern ein einziges deutschlandweites Entry-Exit-System Wasserstoff mit einem gemeinsamen Virtuellen Handelspunkt.

In einem Entry-Exit-System bucht der Transportkunde keine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Er bucht getrennt eine Einspeisekapazität an einem Einspeisepunkt und eine Ausspeisekapazität an einem Ausspeisepunkt, und beide werden unabhängig voneinander vergeben. Es gibt keinen festen Transportpfad zwischen beiden, der Ausgleich läuft über den Virtuellen Handelspunkt im Marktgebiet. Das gibt dem Markt Flexibilität: Wer einspeist, muss nicht wissen, wer am Ende abnimmt, und umgekehrt.

Bei den Produkten ist WaKandA bewusst schlank. Es gibt genau zwei Kapazitätsprodukte: feste Wasserstoffnetzkapazität, kurz FWK, und unterbrechbare Wasserstoffnetzkapazität, kurz UWK. Feste Kapazität ist verbindlich zugesichert, unterbrechbare Kapazität kann der Netzbetreiber bei Engpässen einschränken, ist dafür aber günstiger und überall dort sinnvoll, wo eine Unterbrechung verkraftbar ist. Beide Produkte gibt es jeweils auf Jahres-, Monats- und Tagesbasis, sodass Transportkunden ihre Laufzeit an den tatsächlichen Bedarf anpassen können.

Hier liegt ein klarer Unterschied zum Gas. Im Gasbereich gibt es zusätzlich bedingte Kapazitätsprodukte, etwa dynamisch zuordenbare oder bedingt feste Kapazität. Im Wasserstoff verzichtet WaKandA ausdrücklich darauf: Es gibt keine bedingten Kapazitätsprodukte. Das hält das Modell im Hochlauf verständlich und reduziert die Komplexität, mit der Transportkunden und Plattform umgehen müssen. Wer das Gas-Regime kennt, sollte diese Reduktion auf zwei Produkte bewusst mitdenken.

Die gemeinsame Buchungsplattform ab 01.01.2028

Der Kern der Festlegung ist eine Plattform-Pflicht. Nach Tenorziffer 4 lit. e) bb) vergeben die Wasserstoffnetzbetreiber Ein- und Ausspeisekapazität an jedem Punkt ab dem 01.01.2028 über eine gemeinsame Kapazitätsbuchungsplattform; betreiben dürfen sie die Plattform selbst oder durch einen vereinbarten Dritten. Der Konsultationsentwurf hatte die Vergabe über die Plattform schon ab dem 01.10.2026 verlangt. SEFE und EnBW hielten das für zu früh, weil nach dem Beschluss mehrere Prozesse parallel aufgebaut werden müssen und für Wasserstoff das Kalenderjahr als Basis gelten soll; die Beschlusskammer hat die Einwände als schlüssig bewertet und den Start auf den Tag gelegt, ab dem die gesamte Festlegung anzuwenden ist (Rz. 125 und 126). Bis dahin dürfen die Vertragsparteien außerhalb der Plattform buchen, bilateral oder auf anderem Weg (Rz. 120). Einen Produktnamen wie PRISMA im Gas nennt der Beschluss nicht; erreichbar sein soll die Plattform über den Data Hub, die zentrale Datenaustauschplattform nach WasABi.

Leitwarte eines Gasnetzbetreibers, die gemeinsame Plattform wickelt die Primärvergabe ab
Leitwarte eines Gasnetzbetreibers, die gemeinsame Plattform wickelt die Primärvergabe ab.

Technisch muss die Plattform zwei Verfahren beherrschen: die Vergabe in der Reihenfolge der Anfragen, First-Come-First-Served (FCFS), und die Auktion. Der Regelfall ist FCFS, an jedem Ein- und Ausspeisepunkt (Tenorziffer 4 lit. e) ff). Versteigert wird nur an Grenzübergängen und an Punkten aus und in Wasserstoffspeicher, und auch dort erst ab einem Ausbuchungswert. Den dürfen die Netzbetreiber bis zum 01.01.2028 mit einer eigenen Methodik bestimmen; tun sie es nicht, gilt eine Ausbuchung von mindestens 80 Prozent der buchbaren festen Kapazität am Punkt. Ist der Wert erreicht, stellen sie binnen eines Monats alle Laufzeiten des Punktes auf Auktion um. Einspeisepunkte aus Wasserstoffterminals, die der Entwurf noch einschloss, hat die Beschlusskammer von der Umstellung ausgenommen (Rz. 146 bis 151). Für Bucher an Industriestandorten und Kraftwerken zählt damit der Eingang der vollständigen Anfrage, nicht der Preis, und wer früh anfragt, ist im Vorteil.

Zwei weitere Pflichten sollen verhindern, dass frühe Jahresbuchungen das Netz für spätere Bucher schließen. Erstens halten die Netzbetreiber mindestens 10 Prozent der technischen Kapazität je Punkt zurück und vermarkten sie nur als Monats- und Tagesprodukte; an Ausspeisepunkten zu Letztverbrauchern und an Einspeisepunkten von Produktionsanlagen gilt diese Quote nicht (Tenorziffer 4 lit. c). Zweitens muss die Plattform den Weiterverkauf als Sekundärkapazität ermöglichen: Wer eine gebuchte Kapazität nicht mehr braucht, kann sie an Dritte veräußern oder ihnen zur Nutzung überlassen. Abgewickelt wird massengeschäftstauglich über einen Internetauftritt der Plattformbetreiber.

Vom Anschluss zur Nominierung: der Weg eines Buchers

Buchen ist mehr als ein Klick. Vom Vertrag über die Registrierung bis zur täglichen Nominierung gibt es einen klaren Ablauf, und jeder Schritt hat seine eigenen Voraussetzungen. Am Anfang steht ein vertragliches Verhältnis: Transportkunden schließen Ein- und Ausspeiseverträge mit den Netzbetreibern ab. Eine Ausnahme gilt für reine Händler, die ausschließlich am Virtuellen Handelspunkt handeln und keine eigene physische Kapazität an einem Punkt brauchen.

Der Weg zur gebuchten Kapazität, von der Registrierung über die Buchung auf der Plattform bis zur Nominierung
Der Weg zur gebuchten Kapazität, von der Registrierung über die Buchung auf der Plattform bis zur Nominierung.

Vor der eigentlichen Buchung steht die Registrierung. Die Netzbetreiber müssen dafür eine gemeinsame One-Stop-Shop-Registrierung über eine zentrale Registrierungsseite vorsehen, damit ein Transportkunde sich nicht bei jedem Netzbetreiber einzeln anmelden muss (Tenorziffer 2 lit. d). Erst danach kann er feste oder unterbrechbare Kapazität buchen, ab 2028 auf der gemeinsamen Plattform. In aller Regel ist das eine Vergabe nach FCFS; eine Auktion kommt nur an Grenzübergängen und Speichern in Betracht, deren Kapazität weitgehend ausgebucht ist.

Nach der Buchung folgt die Abwicklung. Der Transport läuft nicht automatisch, sobald Kapazität gebucht ist, sondern muss täglich über Nominierung und Renominierung im Bilanzkreis angemeldet werden. Der Transportkunde teilt dem Netzbetreiber mit, welche Mengen er an welchem Punkt tatsächlich ein- und ausspeisen will. Genau hier greift WasABi: Die Fristen für Nominierung und Renominierung müssen mit der Bilanzierung kohärent sein, sonst passen Buchung und Abwicklung nicht zusammen. Wer Kapazität bucht, braucht also immer auch einen funktionierenden Bilanzkreis.

Der gesamte Weg lässt sich als Kette lesen: Registrierung, Ein- und Ausspeisevertrag, Buchung auf der gemeinsamen Plattform, Bestätigung der festen oder unterbrechbaren Kapazität und schließlich Nominierung im Bilanzkreis, ab der der Transport läuft. Jeder Schritt setzt den vorigen voraus. Wer einen davon zu spät vorbereitet, kann zum Plattformstart am 01.01.2028 nicht buchen, selbst wenn die Kapazität physisch verfügbar wäre.

Cluster statt einem Netz: der Hochlauf hat Grenzen

Das deutschlandweite Marktgebiet ist anfangs kein vollvermaschtes Netz, sondern eine Sammlung von Clustern. Das prägt, was sich heute überhaupt fest buchen lässt. Im Hochlauf kann die Vergabe von Ein- und Ausspeisekapazität auf ein oder mehrere Cluster beschränkt werden, aus denen das Marktgebiet zu Beginn besteht. Erst mit der fortlaufenden Vermaschung wächst aus den einzelnen Clustern nach und nach ein zusammenhängendes Netz.

Bau einer Wasserstoffleitung, das Marktgebiet besteht im Hochlauf zunächst aus Clustern
Bau einer Wasserstoffleitung, das Marktgebiet besteht im Hochlauf zunächst aus Clustern.

Daraus folgt eine handfeste Einschränkung. Clusterübergreifender Transport wird, soweit netztechnisch möglich, auf fester Basis gewährleistet, andernfalls über ein eigenes Verfahren, teils per Auktion. Zwischen Clustern, die noch nicht physisch verbunden sind, ist unbeschränkt feste Kapazität schlicht nicht möglich, weil die Leitung dafür fehlt. Für Transportkunden heißt das: Wer fest buchen will, muss prüfen, ob seine Ein- und Ausspeisepunkte im selben Cluster liegen oder ob der Weg dazwischen schon vermascht ist.

Diese Cluster-Logik hängt direkt am physischen Ausbau des Kernnetzes. Das genehmigte Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 Kilometer und 18,9 Milliarden Euro Investition, ist seit dem 22.10.2024 genehmigt und soll bis 2032 fertig sein. Rund 60 Prozent davon sind umgestellte Erdgasleitungen, der Rest Neubau. Die geplante Ein- und Ausspeisekapazität liegt bei rund 101 Gigawatt einspeiseseitig und rund 87 Gigawatt ausspeiseseitig. Solange dieses Netz noch wächst, bleibt das Marktgebiet ein Flickenteppich aus Clustern, der sich erst mit den Jahren schließt.

Die Laufzeiten spiegeln diesen langen Horizont. Die Höchstlaufzeit von Jahreskapazitätsverträgen beträgt 15 Jahre. Im europäischen Rahmen sind bis zu 20 Jahre für vor dem 01.01.2028 fertiggestellte Infrastruktur und 15 Jahre für danach fertiggestellte Infrastruktur zulässig. Damit können Bucher ihre Investitionsentscheidung über einen Zeitraum absichern, der zum Aufbau einer Wasserstoff-Wertschöpfungskette passt, ohne das Netz für nachfolgende Marktteilnehmer dauerhaft zu blockieren.

Was Bucher jetzt tun sollten

Die Plattform-Pflicht ab dem 01.01.2028 ist ein operativer Termin, kein Regulierungsdetail. Wer Kapazität braucht, bereitet sich trotzdem jetzt vor: Verträge, die bis dahin bilateral geschlossen werden, bleiben bestehen, die Netzbetreiber müssen sie bis zum 01.01.2028 nur an die neuen Vorgaben anpassen (Tenorziffer 8). Was so vergeben ist, steht zum Plattformstart nicht mehr frei. Der erste Schritt ist die Bedarfsanalyse: den realen Ein- und Ausspeisebedarf je Cluster und Laufzeit validieren und gegen das verfügbare Kernnetz-Profil legen. Eine Grundlage dafür kommt zum 01.01.2027, wenn die Netzbetreiber auf einer gemeinsamen Internetseite die Cluster, ihre Verbindungen und die Verbindungskapazität veröffentlichen müssen. Erst wer weiß, welche Punkte er braucht und ob sie im selben Cluster liegen, kann sinnvoll entscheiden, was sich heute fest buchen lässt und was nicht.

Der zweite Schritt ist die operative Vorbereitung. Registrierung, Ein- und Ausspeiseverträge und die Anbindung an die Buchungsplattform sollten frühzeitig stehen, inklusive Bilanzkreis und Nominierungsprozessen. Das ist keine Aufgabe für die Regulierungsabteilung allein: Wer zum Plattformstart am 01.01.2028 buchen will, muss bis dahin registriert, vertraglich gebunden und bilanzierungsfähig sein, sonst geht die Kapazität an andere.

Der dritte Schritt ist die saubere Trennung im Business Case. WaKandA ist die Kapazität, WANDA das Netzentgelt und das Hochlaufentgelt. Beides gehört getrennt in die Kalkulation, denn die gebuchte Kapazität ist nur die eine Seite, das Entgelt dafür die andere. Wer beides vermengt, rechnet sich entweder zu günstig oder verpasst die Finanzierungslogik, die hinter dem Hochlaufentgelt steht.

Der vierte Schritt ist die Einordnung der Fristen. Die freiwillige Kapazitätsreservierung ab dem 19.03.2026 ist nicht dasselbe wie eine verbindliche Buchung. Reservierung ist eine Vorstufe. Bis zum Plattformstart sind verbindliche Buchungen auch bilateral möglich, ab dem 01.01.2028 laufen sie über die gemeinsame Plattform, und vom selben Tag an sind WaKandA und WasABi insgesamt anzuwenden. Wer Reservierung, bilaterale Buchung und Plattformbuchung auseinanderhält, plant auf der richtigen Stufe. Wie die grünen Eigenschaften des transportierten Wasserstoffs nachgewiesen werden, ordnet ergänzend die Analyse zu den Herkunftsnachweisen für grüne Gase ein, und wie sich die Verteilnetze parallel umstellen, beschreibt der Gasnetz-Transformationsplan.

Frist, Marktrollen, Systeme

01.01.2027WaKandA: Übersicht über die Wasserstoff-Cluster veröffentlichenFestlegung · beschlossen

Anwendbarkeit: Nur Betreiber von Wasserstoffnetzen im Anwendungsbereich von Teil 3 Abschnitt 3b EnWG: des Wasserstoff-Kernnetzes, einer nach § 15d Abs. 3 Satz 1 EnWG bestätigten Wasserstoffinfrastruktur oder mit Opt-in nach § 28j Abs. 3 EnWG. Gasnetzbetreiber ohne Wasserstoffnetz sind nicht erfasst.

Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Behörde kann durchsetzen Ein eigener Bußgeldtatbestand ist nicht genannt. Die Regulierungsbehörde kann die Einhaltung nach § 65 EnWG durch Verfügung durchsetzen, mit Zwangsgeld nach § 94 EnWG; wer einer vollziehbaren Anordnung nach § 65 Abs. 1 oder 2 nicht folgt, handelt nach § 95 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EnWG ordnungswidrig. Rechtsgrundlage ↗

  • Netzbetreiber GasAnwendbarkeit prüfenPrüft, ob ein eigenes Wasserstoffnetz unter die Festlegung fällt, und liefert dann Cluster- und Kapazitätsdaten für die gemeinsame Übersicht.Typisch betroffen: Netzplanung, GIS, Netzberechnung, Regulierungsmanagement, Controlling

01.01.2028WaKandA: Netzzugangsregeln und gemeinsame Buchungsplattform für WasserstoffFestlegung · beschlossen

Anwendbarkeit: Nur Wasserstoffnetze im Anwendungsbereich von Teil 3 Abschnitt 3b EnWG (Wasserstoff-Kernnetz, nach § 15d Abs. 3 Satz 1 EnWG bestätigte Wasserstoffinfrastruktur und Opt-in nach § 28j Abs. 3 EnWG) sowie deren Transportkunden.

Wenn die Frist nicht eingehalten wird: Behörde kann durchsetzen Ein eigener Bußgeldtatbestand ist nicht genannt. Die Regulierungsbehörde kann die Einhaltung nach § 65 EnWG durch Verfügung durchsetzen, mit Zwangsgeld nach § 94 EnWG; wer einer vollziehbaren Anordnung nach § 65 Abs. 1 oder 2 nicht folgt, handelt nach § 95 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EnWG ordnungswidrig. Rechtsgrundlage ↗

  • Netzbetreiber GasAnwendbarkeit prüfenPrüft, ob ein eigenes Wasserstoffnetz erfasst ist, passt Verträge an und bindet die Kapazitätsvergabe an die gemeinsame Plattform an.Typisch betroffen: MaKo-Gateway (EDIFACT, AS4, API), Netznutzungs- und Kundenabrechnung, Regulierungsmanagement, Controlling
  • LieferantAnwendbarkeit prüfenPrüft als Transportkunde für Wasserstoff, welche Buchungen und Registrierungen auf der Plattform nötig werden.Typisch betroffen: Handels- und Beschaffungssystem (ETRM)
  • BilanzkreisverantwortlicherAnwendbarkeit prüfenPrüft, wie Bilanzierung und Kapazitätsbuchung im Wasserstoff-Marktgebiet nach den neuen Regeln zusammenspielen.Typisch betroffen: Handels- und Beschaffungssystem (ETRM)

Einordnung für typische Marktrollen, keine Prüfung Ihres Einzelfalls und keine Rechtsberatung. Ob eine Pflicht für Ihr Unternehmen gilt (Schwellenwerte, Ausnahmen), klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung oder Rechtsberatung. Der Kalender ersetzt keine eigene Fristenprüfung. Stand der Angaben: 01.11.2026.

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Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

WaKandA ist die Festlegung Wasserstoff Kapazitäten Grundmodell und Abwicklung des Netzzugangs der Bundesnetzagentur, Aktenzeichen BK7-24-01-015, Beschlusskammer 7. Sie schafft erstmals ein verbindliches Kapazitätsmodell für den Zugang zum Wasserstoff-Kernnetz. Rechtsgrundlage ist Paragraf 28n Abs. 5 Nr. 1 in Verbindung mit Paragraf 29 Abs. 1 EnWG. Eingeleitet wurde das Verfahren am 03.07.2024, gemeinsam mit dem Schwesterverfahren WasABi zur Bilanzierung; beide Beschlüsse ergingen am 27.10.2025. WaKandA regelt die Kapazitätsvermarktung und den Netzzugang, nicht die Finanzierung.

Ab dem 01.01.2028. Ab diesem Tag vergeben die Wasserstoffnetzbetreiber Ein- und Ausspeisekapazität über eine gemeinsame Kapazitätsbuchungsplattform, die sie selbst betreiben oder von einem vereinbarten Dritten betreiben lassen. Zum selben Datum sind WaKandA und WasABi insgesamt anzuwenden. Der Konsultationsentwurf hatte für die Plattform den 01.10.2026 vorgesehen, die Beschlusskammer hat den Termin nach Einwänden aus dem Markt verschoben. Bis die Plattform läuft, sind Buchungen auch bilateral möglich. Die freiwillige Kapazitätsreservierung seit 19.03.2026 ist eine vorgelagerte Interimsphase und nicht mit der verbindlichen Buchung zu verwechseln.

Es gibt genau zwei Kapazitätsprodukte: feste Wasserstoffnetzkapazität (FWK) und unterbrechbare Wasserstoffnetzkapazität (UWK), jeweils auf Jahres-, Monats- und Tagesbasis. Ein- und Ausspeisekapazität werden unabhängig voneinander gebucht, ohne festen Transportpfad, über den Virtuellen Handelspunkt im Marktgebiet. Anders als im Gas gibt es im Wasserstoff ausdrücklich keine bedingten Kapazitätsprodukte. Die Höchstlaufzeit von Jahreskapazitätsverträgen beträgt 15 Jahre.

WaKandA und WANDA sind zwei getrennte Festlegungen. WaKandA regelt die Kapazität und den Netzzugang, also welche Produkte es gibt, wie gebucht und nominiert wird und wie die Plattform funktioniert. WANDA, die Bestimmung zur Bildung der Netzentgelte und zur Einrichtung eines Amortisationsmechanismus, regelt das Geld: das Hochlaufentgelt und ein Amortisationskonto bis 2055. Kurz: WaKandA ist die Kapazität, WANDA die Finanzierung, und die EnWG-Novelle der übergreifende gesetzliche Rahmen.

Ein Transportkunde validiert zunächst seinen realen Ein- und Ausspeisebedarf je Cluster und Laufzeit und legt ihn gegen das verfügbare Kernnetz-Profil. Dann bereitet er Registrierung, Ein- und Ausspeiseverträge und die Anbindung an die Buchungsplattform frühzeitig vor, inklusive Bilanzkreis und Nominierungsprozessen. Wichtig ist, WaKandA von WANDA zu trennen und Kapazität, Netzentgelt und Hochlaufentgelt getrennt in den Business Case einzurechnen. Wer ausschließlich am Virtuellen Handelspunkt handelt, braucht keinen eigenen Ein- und Ausspeisevertrag.

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