Am 25. Februar 2026 hat Perplexity AI mit Perplexity Computer ein Produkt vorgestellt, das einen Paradigmenwechsel in der KI-Branche markiert. Die cloudbasierte Multi-Agenten-Plattform orchestriert 19 KI-Modelle gleichzeitig und fungiert als universeller digitaler Arbeiter, der Projekte von der Konzeption bis zur Fertigstellung vollständig eigenständig bearbeiten kann.
CEO Aravind Srinivas beschreibt die Philosophie dahinter so: Ein Computer ist kein physisches Objekt mehr, sondern eine Arbeitsgruppe aus Dateien, Tools, Gedächtnis und Modellen, die zusammenwirken, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Der Name Computer greift die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs auf: eine Person, die autonom komplexe Berechnungen aufteilt und durchführt.
Perplexity Computer kann Projekte von der Recherche über Design und Programmierung bis hin zum Deployment vollständig eigenständig bearbeiten. Das System ist kein Chatbot, sondern ein Orchestrator, der die jeweils am besten geeigneten KI-Modelle für jede Teilaufgabe einsetzt.
Das Herzstück von Perplexity Computer ist ein Multi-Modell-Orchestrierungs-Framework, das bewusst auf den Einsatz eines einzelnen Large Language Models verzichtet. Stattdessen werden verschiedene KI-Architekturen wie spezialisierte Instrumente in einem Orchester eingesetzt.
Ein zentraler Dirigent, aktuell Anthropic Claude Opus 4.6, verwaltet den gesamten Orchestrierungsprozess. Bei Eingang einer Aufgabe zerlegt der Orchestrator das Ziel in einen Abhängigkeitsgraphen von Teilaufgaben und weist diese den jeweils am besten geeigneten Sub-Agenten zu.
| Modell | Entwickler | Funktionale Rolle |
|---|---|---|
| Claude Opus 4.6 | Anthropic | Kern-Reasoning-Engine, Dirigent |
| Gemini 3.1 Pro | Deep Research, Sub-Agent-Spawning | |
| GPT-5.2 | OpenAI | Long-Context Recall, breite Suche |
| Grok 4.1 | xAI | Schnelle, leichtgewichtige Operationen |
| Nano Banana | - | Bildgenerierung, UI/UX-Mockups |
| Veo 3.1 | Videogenerierung | |
| Sonar | Perplexity | Echtzeit-Suchintegration |
| Kimi K2.5 | Moonshot AI | Logikbasierte Problemlösung |
Das System ist modellagnostisch konzipiert: Wenn neue, leistungsfähigere Modelle erscheinen, können einzelne Komponenten des Orchesters ausgetauscht werden, ohne das gesamte Framework neu zu gestalten.
Jedes Projekt in Perplexity Computer erhält eine isolierte, cloudbasierte Compute-Umgebung mit:
Mit Command-Line-Tools (CLI) können Sub-Agenten Verzeichnisse erstellen, Dateien verarbeiten und Skripte ausführen.
Nicht nur Textsuche, sondern aktive Interaktion mit Web-Interfaces in Echtzeit.
Behält Kontext über Sessions und Plattformen hinweg bei und verhindert Context Rot.
Authentifizierte Integrationen mit Gmail, Outlook, GitHub, Linear, Slack, Notion und mehr.
Der Sicherheitsansatz unterscheidet sich grundlegend von lokalen Agenten-Lösungen wie OpenClaw. Während OpenClaw direkt auf dem Rechner des Nutzers läuft und Sicherheitsforscher die Angriffsfläche als nahezu grenzenlos bezeichneten, findet bei Perplexity Computer jede agentengesteuerte Aktivität in einer verwalteten Cloud-Sandbox statt.
Bei Eingang eines Prompts erstellt das System einen Task-Graphen: Es bestimmt, was zuerst geschehen muss, was parallel laufen kann und welches KI-Modell für jede Teilaufgabe am besten geeignet ist.
Claude Opus 4.6 nutzt dabei Adaptive Thinking: Das Modell bestimmt autonom, welcher Reasoning-Aufwand für eine Aufgabe erforderlich ist. Dies ermöglicht es dem System, Token-Credits bei einfachen Aufgaben zu sparen und volle kognitive Leistung für komplexe Analysen einzusetzen.
Perplexity Computer vereint sämtliche aktuelle KI-Fähigkeiten in einem einzigen System:
Genaue, zitierte Informationen aus dem Web mit sieben parallelen Suchtypen: Web, Akademisch, Personen, Bild, Video, Shopping und Social.
Aufgaben über Plattformen hinweg abschließen mit authentifizierten Integrationen zu bestehenden Arbeitstools.
Visuelle Inhalte, Bilder und Videos erstellen sowie Dokumente, Berichte, Präsentationen und Spreadsheets generieren.
Wiederkehrende Aufgaben planen mit persistentem Gedächtnis über Sessions hinweg.
Auf dem öffentlichen Livestream (perplexity.ai/computer/live) wurden verschiedene Aufgaben demonstriert:
Ein S&P-500-Bubble-Chart als teilbare Website mit automatischer Datenrecherche.
Animiertes GIF der Tesla-Aktienentwicklung über 10 Jahre mit annotierten Wendepunkten.
Von Brand-Guidelines bis hin zu funktionierenden Apps mit Live-Preview und PNG-Export in unter 30 Minuten.
Parallele Recherche über sieben Suchtypen mit Quellenvergleich und Widerspruchsanalyse.
Der Launch von Perplexity Computer markiert eine Abkehr vom Flatrate-Modell hin zu einem nutzungsbasierten Preismodell, das die enormen Compute-Kosten von 19 parallel laufenden Modellen widerspiegelt.
| Merkmal | Perplexity Pro | Perplexity Max |
|---|---|---|
| Monatlich | 20 USD | 200 USD |
| Jährlich | 200 USD | 2.000 USD |
| Computer-Zugang | Eingeschränkt | Vollzugang |
| Monatliche Credits | Nicht verfügbar | 10.000 Credits |
| Launch-Bonus | - | 20.000 Credits (30 Tage) |
| Erweiterte Modelle | Standard Reasoning | Opus 4.6, Reasoning Toggle |
Im agentischen Zeitalter wird Token-Management so kritisch wie Datenmanagement. Perplexity Computer bietet dafür differenzierte Steuerungsmöglichkeiten:
Perplexity AI hat seit seiner Gründung vor rund drei Jahren insgesamt etwa 1,5 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln aufgebracht. Ende 2025 wurden Bewertungen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar diskutiert. Der jährliche wiederkehrende Umsatz (ARR) näherte sich zuletzt 200 Millionen US-Dollar.
Zu den Investoren zählen Jeff Bezos, NVIDIA und SoftBank. Die Markteinführung von Perplexity Computer signalisiert einen strategischen Wandel: Weg von der Abhängigkeit von Werbeerlösen hin zu einem Fokus auf Abonnement- und Enterprise-Monetarisierung.
Samsung hat Perplexity als eigenständigen KI-Agenten auf den Geräten der Galaxy-S26-Serie integriert. Über das Wakeword Hey Plex oder durch langes Drücken der Seitentaste wird der Assistent aktiviert.
Perplexity fungiert als Such- und Inferenz-Backend für Samsungs Bixby-Assistenten und liefert evidenzbasierte, aktuelle Antworten.
Samsung verfolgt eine Strategie mit Gemini, Bixby und Perplexity. Eine Umfrage zeigt, dass 80 Prozent der Nutzer mehr als zwei KI-Assistenten wünschen.
Parallel zur Einführung von Perplexity Computer wurde die Verfügbarkeit des Comet-Browsers für iPhone zum 11. März 2026 angekündigt. Comet ist ein Chromium-basierter Browser, der als persönlicher Assistent und Denkpartner positioniert ist und KI-gestützte Suche, kontextbezogene Zusammenfassungen und Aufgabenautomatisierung direkt im Browser integriert.
Für den deutschen Markt ergeben sich durch Perplexity Computer besondere Chancen und Herausforderungen:
Die cloudbasierte Architektur erfordert sorgfältige Prüfung hinsichtlich Datenverarbeitung und Speicherort. Unternehmen sollten die Datenschutzerklärung von Perplexity AI genau analysieren.
Als KI-System mit weitreichenden Fähigkeiten muss die Nutzung im Rahmen des EU AI Act bewertet werden, insbesondere bei Einsatz für geschäftskritische Entscheidungen.
Deutsche Mittelständler können durch die Multi-Agenten-Plattform Aufgaben automatisieren, die bisher spezialisierte Teams erforderten, von Marktrecherche bis Dokumentenerstellung.
Die Beziehung zwischen Perplexity Computer und Claude ist komplex: Beide ergänzen und konkurrieren sich gleichzeitig.
| Aspekt | Perplexity Computer | Claude Cowork |
|---|---|---|
| Modelle | 19 Modelle von verschiedenen Anbietern | Nur Anthropic-Modelle |
| Ausführung | Cloud-basiert, asynchron | Lokal auf dem Rechner |
| Laufzeit | Wochen bis Monate möglich | Session-basiert |
| Desktop-Steuerung | Nicht verfügbar | Claude Computer Use möglich |
| Core-Engine | Claude Opus 4.6 (als Basis) | Claude nativ |
Perplexity ist einer der größten Kunden von Anthropic, da Claude Opus 4.6 als zentrale Reasoning-Engine dient. Ohne Claude verliert die Orchestrierungsschicht ihr primäres Gehirn.
| Aspekt | Perplexity Computer | Manus AI |
|---|---|---|
| Modellanzahl | 19+ Modelle | Mehrere (Claude, Qwen u.a.) |
| Connectors | Hunderte | ~29 Tools |
| Verfügbarkeit | Max-Abonnenten (200 USD/Monat) | Geschlossene Beta mit Wartelisten |
| Transparenz | Task-Logs und Artefakte | Echtzeit-Desktop-Ansicht |
Die Wahl von Claude Opus 4.6 als Kern-Engine basiert auf dessen überlegener Leistung in agentenbasierten Benchmarks:
Perplexity Computer ist mehr als ein neues Feature: Es ist eine architektonische Aussage über die Zukunft des Computings. Das System transformiert die KI von einer passiven Wissensmaschine in eine aktive digitale Arbeitskraft.
Die integrierte Produktsuite aus Perplexity Search, Computer und dem Comet-Browser sowie die Samsung-Partnerschaft soll sicherstellen, dass der Orchestrator überall dort präsent ist, wo Arbeit erledigt wird. Für Power-User und Unternehmen bedeutet dies: Der Übergang vom Verwalter einzelner Aufgaben zum Auftraggeber einer ganzen Flotte von KI-Agenten hat begonnen.